WaldRegenwürmer: Einblicke in die verborgene Biodiversität österreichischer Waldböden

Abstract ID: 3.121
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Bradley, O. (1)
Gruber, E. (2); Zaller, J. (2); Püspök, J. (1); Mittmannsgruber-Blas, M. (2); and Lapin, K. (1)
(1) Bundesforschungszentrum für Wald, Institute für Waldbiodiversität und Naturschutz, Abteilung für Waldbiodiversität, Seckendorff-Gudent-Weg 8, 1131 Wien
(2) Universität für Bodenkultur Wien, Institut für Zoologie, Gregor-Mendel-Straße 33, 1180 Wien
How to cite: Bradley, O.; Gruber, E.; Zaller, J.; Püspök, J.; Mittmannsgruber-Blas, M.; and Lapin, K.: WaldRegenwürmer: Einblicke in die verborgene Biodiversität österreichischer Waldböden, #TDB27-3.121
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Keywords: Regenwürmer, Bodenbiodiversität, Totholz, Waldmikrohabitate, Bodengesundheit
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Abstract
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Waldböden zählen zu den artenreichsten Lebensräumen Österreichs und bilden die Grundlage zentraler Ökosystemfunktionen wie Nährstoffkreisläufe, Wasserregulation, Kohlenstoffspeicherung und die langfristige Stabilität von Waldökosystemen. Dennoch ist die Diversität von Regenwürmern in österreichischen Wäldern im Vergleich zu anderen Landnutzungsformen bislang kaum untersucht. Seit dem Jahr 2000 hat sich lediglich eine veröffentlichte Feldstudie gezielt mit Regenwurmgemeinschaften in österreichischen Waldökosystemen beschäftigt. Diese Wissenslücke ist besonders relevant, da viele Regenwurmarten eng an Waldlebensräume und spezialisierte Mikrohabitate wie Totholz und organische Auflagehorizonte gebunden sind. Derzeit fehlen belastbare Daten, um ihre Verbreitung, ihren Gefährdungsstatus sowie ihre Habitat Ansprüche auf nationaler Ebene zu bewerten. Als wichtige Ökosystemingenieure beeinflussen Regenwürmer Bodenstruktur, Nährstoffverfügbarkeit, Zersetzungsprozesse und Wasserhaushalt und gelten damit als wertvolle Indikatoren für Bodengesundheit, Biodiversität und die Resilienz von Ökosystemen.

Das Projekt WaldRegenwürmer etabliert erstmals ein systematisches Monitoring der Regenwurmfauna in österreichischen Wäldern. Auf 120 Untersuchungsflächen unterschiedlicher Waldtypen werden Artenvielfalt, Abundanz und Biomasse von Regenwürmern erhoben. Ergänzend zur standardisierten Bodenbeprobung werden biodiversitätsreiche Waldmikrohabitate wie grobes Totholz und organische Auflagehorizonte gezielt untersucht. Insbesondere Totholz stellt ein zentrales Strukturelement naturnaher Wälder dar und schafft mikroklimatische Refugien sowie spezialisierte Lebensräume, die charakteristische Regenwurmgemeinschaften beherbergen und zur Resilienz der unterirdischen Biodiversität beitragen können.

Zur Ergänzung der klassischen Artbestimmung werden Bodenproben mittels eDNA-Metabarcoding analysiert, um auch weitere Gruppen der Bodenfauna erfassen zu können. Gleichzeitig werden bodenchemische, bodenphysikalische, klimatische und standörtliche Parameter erhoben, um die wichtigsten Einflussfaktoren auf Vorkommen und Diversität von Regenwürmern in österreichischen Wäldern zu identifizieren.

Das Projekt befindet sich derzeit in der Feldphase; die Datenerhebungen erfolgen österreichweit in den Jahren 2026 und 2027. Das Poster präsentiert daher die wissenschaftliche Motivation, die Projektziele, das Studiendesign sowie die angewandten Methoden. Ein besonderer Fokus liegt auf der Untersuchung totholzgebundener Mikrohabitate und ihrer Bedeutung für die unterirdische Biodiversität in Waldökosystemen.

Durch die Kombination klassischer zoologischer Methoden mit molekulargenetischen Ansätzen schafft WaldRegenwürmer eine Grundlage für zukünftige Bodenbiodiversitäts-Monitorings in Österreich. Regenwürmer dienen dabei als Zugang zur verborgenen Biodiversität österreichischer Waldböden und ermöglichen neue Einblicke in die Zusammensetzung und Funktionsweise unterirdischer Lebensgemeinschaften. Das Projekt soll zum besseren Verständnis der ökologischen Rolle von Regenwürmern und anderer Bodenorganismen beitragen, die Erstellung der Roten Liste österreichischer Regenwürmer unterstützen und evidenzbasierte Grundlagen für den Biodiversitätsschutz sowie ein resilientes Waldmanagement bereitstellen.

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