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FS 27.108

Berge & Wälder: Biodiversität und Resilienz

Session status: Accepted
Content last updated: 2026-05-22 13:25:50
Online available since: 2026-05-22 09:45:43

Details

  • Full Title

    Land der Berge - Land der Wälder: Hochlagenwälder im Klimawandel: Biodiversität sichern, Resilienz gestalten
  • Scheduled

    TBA
    TBA
  • Chair

    Jansen, Simon
  • Co-chair(s)

    Feichter, Jonathan
  • Thematic Focus

    Forschung, Klima, Wald
  • Keywords

    Forstgenetik; Waldbau; adaptives Waldmanagement

Abstract/Description

Mit rund der Hälfte der Landesfläche bewaldet gehört Österreich zu den waldreichsten Ländern Mitteleuropas. Ein großer Teil dieser Wälder stockt in montanen und subalpinen Lagen; sie wirken als natürlicher Schutzgürtel vor alpinen Naturgefahren, sind wichtige Zentren terrestrischer Biodiversität und haben zugleich hohe wirtschaftliche Bedeutung.

Der voranschreitende Klimawandel verschiebt die Standortbedingungen besonders in Hochlagen, deren räumlich enge, mikroklimatisch stark gegliederte Habitate Klimasignale oft sprunghaft statt graduell abbilden. Diese Standorte liegen häufig am Rand der physiologischen Toleranz vieler Baumarten und erfordern hohe lokale Anpassung; zugleich sind die Populationen meist kleinräumig und fragmentiert – mit begrenztem Genfluss, erhöhtem Drift- und Inzuchtrisiko und entsprechend geschwächter Resilienz und adaptiver Kapazität. Die kleinteilige Habitatmosaikstruktur beherbergt spezialisierte Artengemeinschaften und Mikrorefugien; verschobene Klimafenster und veränderte Störungsregime bedrohen daher nicht nur Produktionsziele, sondern auch genetische, Arten- und Strukturdiversität.

Zugleich begrenzen die extremen Umweltbedingungen in Hochlagen die waldbaulichen Optionen: Das Baumartenportfolio ist klein, die Auswahl vorangepasster Herkünfte komplex, und Eingriffsmöglichkeiten sind in Schutzwaldkulissen oft beschränkt. Wie also handeln, um Schutzfunktion, Nutzung und Biodiversität langfristig zu sichern – und neue Evidenz in adaptives Management zu überführen?

Zentrale Hebel könnten in gesicherter Konnektivität (genetischer und demografischer Austausch), in evidenzbasierter Herkunfts- und Mischungswahl, im Erhalt und der Förderung struktureller und mikroklimatischer Heterogenität, sowie in gezielter Regenerationsförderung liegen.

In der Session werden Präsentationen zu waldbaulichen und forstgenetischen Handlungsspielräumen unter den besonderen ökologischen und operativen Rahmenbedingungen montaner bis subalpiner Waldökosysteme kuratiert, die Biodiversität als Schlüsselthema mitdenken und ein differenziertes Bild der Möglichkeiten zeichnen – mit dem Ziel, in eine syntheseorientierte Diskussion mit Managementimplikationen zu münden. Beiträge aus unterschiedlichen Disziplinen und Systemen sind ausdrücklich erwünscht, um den fachübergreifenden Austausch zu fördern und innovative Strategien für den Umgang mit klimawandelbedingten Herausforderungen im Bergwald zu diskutieren.

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