Projekt DigiBioDiv: Waldstruktur aus hochaufgelösten Fernerkundungsdaten als Grundlage für Biodiversitätsprogramme im Grenzraum Bayern-Tirol
(2) Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LFW), Hans-Carl-von-Carlowitz-Platz 1, 85354 Freising, Germany
(3) Institut für Geographie, Universität Innsbruck, Innrain 52f, 6020 Innsbruck, Austria
Abstract
Das bayerisch-österreichische Grenzgebiet ist eine artenreiche und ökologisch hochsensible Region. Wälder übernehmen eine zentrale Rolle bei der Sicherung der Biodiversität, doch der fortschreitende Klimawandel verändert diese Ökosysteme rasch und erhöht das Risiko großflächiger Schadereignisse. Bislang fehlt im Programmgebiet eine flächig repräsentative, vergleichbare Erhebung von Biodiversitätsindikatoren und damit auch ein langfristiges Monitoring.
Konventionelle Felderhebungen liefern zwar wertvolle Informationen, sind jedoch zeit- und kostenintensiv und nur punktuell umsetzbar. Das Interreg-Projekt DigiBioDiv ergänzt diese Methoden durch den Einsatz moderner Laserscan-Technologien (Light Detection and Ranging / LiDAR) auf verschiedenen Maßstabsebenen: Flugzeuggestütztes Laserscanning (ALS) liefert flächendeckende Daten zu Baumhöhen und Bestandesgrenzen; drohnengestütztes Laserscanning (ULS) ergänzt dies durch hochaufgelöste Informationen zur vertikalen und horizontalen Strukturvielfalt an ausgewählten Probepunkten; terrestrisches und personengetragenes Laserscanning (TLS/PLS) liefert kleinräumig detaillierte Einblicke in die Waldstruktur sowie in das Vorkommen von Totholz und Mikrohabitaten.
Im Sommer 2026 wurden an 56 Probepunkten im Forsteinrichtungsgebiet Erl-Niederndorf (Bezirk Kufstein, Tirol) 3D-Punktwolken per Laserscanning erfasst und parallel biodiversitätsrelevante Merkmale mittels Mobile-GIS-Kartierung als Referenzdaten erhoben. Auf dieser Grundlage werden derzeit Methoden entwickelt und evaluiert, die Waldstruktur- und Habitatparameter automatisiert aus den Punktwolken ableiten.
Ziel des Projekts ist eine grenzüberschreitende, quantitative Beschreibung der biodiversitätsrelevanten Waldstruktur als Grundlage für forstliche Planung sowie die Entwicklung und Etablierung von Methoden für ein langfristiges Biodiversitätsmonitoring. Der Ansatz wird im Gebiet Erl-Niederndorf erprobt und anschließend auf Inventurpunkte der Waldzustandserhebung (WZE) und Bundeswaldinventur (BWI) in Südbayern übertragen. Die Ergebnisse fließen in Praxiswerkzeuge für Försterinnen und Förster sowie in regionale Biodiversitätsstrategien ein.
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