FS 27.114
Fernerkundung für Waldbiodiversitäts-Monitoring
Details
Full Title
Fernerkundungsverfahren für skalenübergreifendes Waldbiodiversitäts-MonitoringScheduled
TBATBAChair
Dempewolf, JanCo-chair(s)
Scherf, Nadine; Mayr, Andreas; Simon, Alois; Rutzinger, Martin; and Klemmt, Hans-JoachimThematic Focus
Forschung, Monitoring, WaldKeywords
3D-Punktwolkenanalyse, Skalenübergreifende Fernerkundung, Waldstrukturindizes, Baummikrohabitate, EU Nature Restoration Law
Abstract/Description
Die räumliche Strukturvielfalt von Wäldern und Baummikrohabitaten sind zentrale Bestandteile biologischer Vielfalt. Indikatoren wie Bestandsstruktur, Kronenheterogenität, Totholzanteile und Baummikrohabitate sind wesentlich für Identifizierung und Monitoring von Waldbiodiversität. Ihre objektive, wiederholbare Erfassung bleibt angesichts begrenzter Ressourcen herausfordernd. Digitale Fernerkundungsverfahren eröffnen hierfür neue Möglichkeiten: Die Integration verschiedener räumlicher Skalen und Sensoren erlaubt es, punktuelle Inventurdaten auf größere Flächen zu übertragen und die standardisierte Erfassung von Biodiversitätsindikatoren zu unterstützen.
Im Zentrum der Session stehen Methoden für eine objektive, skalenübergreifende und ressourceneffiziente Wald-Biodiversitätskartierung sowie ein langfristiges Monitoring. Die Relevanz ergibt sich aus der fortschreitenden Veränderung der Umweltbedingungen im Zuge des Klimawandels. Zusätzliche Dringlichkeit entsteht durch die EU-Verordnung 2024/1991 (Nature Restoration Law), die die Erfassung des Status quo und bis 2030 den Nachweis positiver Trends bei Schlüsselindikatoren wie Habitatbäumen, Totholzanteil und Strukturvielfalt in Wald-Lebensraumtypen fordert.
Die Session richtet sich an Forschende, Forstbetriebe, Verwaltungen und Planungsbüros und lädt zur Diskussion über Übertragbarkeit, Standardisierung und Praxistauglichkeit digitaler Erfassungs- und Monitoringverfahren ein.
Mögliche Beiträge können unter anderem folgende Themen adressieren:
a) Skalenübergreifende Datenintegration, von TLS und Handheld-Laserscanning über UAV-LiDAR und Photogrammetrie (SfM-MVS) bis zur Satellitenfernerkundung, einschließlich Skalierung von Punkt-Inventurdaten und Multi-Sensor-Fusion;
b) Automatisierte Ableitung von Biodiversitätsmerkmalen aus 3D-Punktwolken und Photogrammetriedaten, etwa zur Erkennung und Quantifizierung von Totholz, Bestandesschichtung, Kronenheterogenität, Einzelbäumen und Baummikrohabitat-Parametern;
c) Entwicklung und Validierung von Waldstrukturindizes als quantitative Biodiversitätsproxies und skalierbare Indikatoren für Biodiversitäts-Hotspots;
d) Fernerkundungsgestütztes Monitoring im Kontext des EU Nature Restoration Law, einschließlich Operationalisierung und Standardisierung von Schlüsselindikatoren sowie Schnittstellen zu behördlichen Berichtspflichten;
e) Methoden-Feedback und Transferpotenzial für Forstpraxis und Verwaltung, inklusive Stärken, Limitationen und Übertragbarkeit.