Permanenz von Ökosystemleistungen von liegendem Totholz im Schutzwald

Abstract ID: 3.194
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Steiner, N. (1)
Neumann, M. (1); and Blümke, J. (1)
(1) Universität für Bodenkultur Wien (BOKU) - Department für Ökosystemmanagement, Klima und Biodiversität, - Institut für Waldbau, Peter-Jordan-Straße 82, 1190 Wien
How to cite: Steiner, N.; Neumann, M.; and Blümke, J.: Permanenz von Ökosystemleistungen von liegendem Totholz im Schutzwald, #TDB27-3.194
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Keywords: Totholz, Ökosystemleistungen, Schutzwald
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Abstract
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Totholz ist eine Schlüsselstruktur für die Biodiversität von Waldökosystemen und bietet zahlreichen Organismen Lebensraum. Gleichzeitig kann es im Gebirgswald wichtige Schutzfunktionen gegenüber Naturgefahren übernehmen. Gerade im Schutzwald, wo langfristige Schutzwirkung, Naturverjüngung und ökologische Funktionen auf derselben Fläche gewährleistet werden sollen, ergeben sich dadurch Synergien zwischen Biodiversitätserhalt und Schutzwaldmanagement.

Eine Möglichkeit, Schutzfunktion und ökologische Zielsetzungen im Rahmen der Schutzwaldbewirtschaftung miteinander zu verbinden, ist das gezielte Belassen quer zum Hang gefällter Bäume. Dieses quer geschlägerte liegende Totholz (QGLTH) kann Steine abbremsen, die Oberflächenrauigkeit erhöhen und Schneegleitbewegungen vermindern. Gleichzeitig kann es die Naturverjüngung fördern und schützen und verbleibt als ökologisch wertvolle Totholzstruktur im Bestand.

Entscheidend ist jedoch, wie sich diese Funktionen im Laufe der Zeit verändern. Mit fortschreitender Zersetzung nehmen Holzdichte und mechanische Widerstandsfähigkeit ab. Gleichzeitig entstehen im Verlauf der Zersetzung unterschiedliche Habitatbedingungen, die verschiedenen Insektenarten Lebensraum bieten können. Während die Zersetzung somit einen wesentlichen ökologischen Prozess darstellt, begrenzt sie zunehmend die mechanische Schutzwirkung des Totholzes.

Ziel dieser Masterarbeit ist es daher, die zeitliche Entwicklung von QGLTH im Schutzwaldgebiet Brentenkogel zu untersuchen. An unterschiedlich alten Stämmen von Fichte (Picea abies) und Buche (Fagus sylvatica) werden Zersetzungsgrad, Bohrwiderstand und Holzdichte erhoben. Die Messwerte werden in Abhängigkeit von Alter und Baumart analysiert und mit Literaturdaten zu mechanischen Holzeigenschaften verknüpft, um Rückschlüsse auf die verbleibende Widerstandsfähigkeit gegenüber Steinschlag und Schneebewegungen zu ziehen.

Erste Beobachtungen aus den laufenden Feldaufnahmen lassen Unterschiede im Zersetzungsverlauf zwischen Fichte und Buche vermuten. Zudem zeichnet sich ab, dass Stämme mit größeren Durchmessern geringere Zersetzungsgrade aufweisen könnten. Zwischen Zersetzungsgrad und Bohrwiderstand wird ebenfalls ein Zusammenhang erwartet. Gleichzeitig besteht die Vermutung, dass der oberflächlich mittels Taschenmessermethode bestimmte Zersetzungsgrad den inneren Zersetzungszustand eines Stammes nur eingeschränkt abbildet. Die geringe Auffindbarkeit älterer Querfällungen deutet zudem darauf hin, dass quer geschlägertes Totholz nach etwa 30 Jahren bereits sehr stark zersetzt sein könnte.

Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, die zeitliche Permanenz der Schutzwirkung von QGLTH besser einzuschätzen und damit eine Grundlage für ein langfristiges Schutzwaldmanagement zu schaffen, das den Schutz vor Naturgefahren, die Förderung der Naturverjüngung und den Erhalt ökologisch wertvoller Totholzstrukturen miteinander verbindet.

Die Arbeit wurde durch den Forsttechnischen Dienst für Wildbach- und Lawinenverbauung unterstützt.

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