Nutzungseffekte auf alpine Ökosysteme: Referenzalmen im Großen Walsertal als Modell für nachhaltigen Biodiversitätsschutz

Abstract ID: 3.3
| Not reviewed yet
| TBA
| TBA
Egger, G. (1)
Dubbert, M. (1); Dörner, R. (1); Merta, M. (2); and Hoffert-Hösl, H. (3)
(1) Naturraumplanung Egger, Bahnhofstrasse 39, 9020 Klagenfurt
(2) Biosphärenpark Großes Walsertal, Boden 34, 6731 Sonntag
(3) Georaum, Wohlfahrtsschlag 1, 3283 St. Anton an der Jeßnitz
How to cite: Egger, G.; Dubbert, M.; Dörner, R.; Merta, M.; and Hoffert-Hösl, H.: Nutzungseffekte auf alpine Ökosysteme: Referenzalmen im Großen Walsertal als Modell für nachhaltigen Biodiversitätsschutz-3.3
Categories: No categories defined
Keywords: Almwirtschaft, Biodiversität, Landschaftsbild, Nutzungsintensität
Categories: No categories defined
Keywords: Almwirtschaft, Biodiversität, Landschaftsbild, Nutzungsintensität
Abstract
The content was (partly) adapted by AI
[e2pdf-download id="7"]
Download
Download
Content (partly) adapted by AI

Am Beispiel von drei Referenzalmen im Biosphärenpark Großes Walsertal (Vorarlberg) wird untersucht, wie sich veränderte almwirtschaftliche Nutzungsintensitäten auf die Biodiversität und das Landschaftsbild sensibler Gebirgsräume auswirken. Der Vergleich der intensiv genutzten Alpe Steris, der extensiveren Jungviehalmen Gaden und Matona sowie der seit den 1960er Jahren unbewirtschafteten Alpe Wang liefert wertvolle datenbasierte Antworten auf folgende Kernfragen:

  • Menschliche Nutzung prägt Biodiversität: Die Ergebnisse zeigen, dass der Mensch hier als Landschaftsgestalter eine zentrale Verantwortung trägt. Eine Extensivierung oder vollständige Aufgabe der Bewirtschaftung führt keineswegs automatisch zu höherer Vielfalt, sondern zu einem Rückgang offener Weideflächen und einer Vereinheitlichung der Vegetation. Während auf der intensiv genutzten Alpe Steris 14 Vegetationstypen (darunter artenreiche Bürstlingrasen) existieren, sinkt diese Zahl auf den extensiveren Alpen auf acht bis neun und auf der ungenutzten Alpe Wang auf nur noch drei Typen.
  • Ökosystemleistungen und Resilienz: Besonders in der subalpinen Stufe führt Nutzungsaufgabe rasch zu Verbrachung, Verbuschung und Verhochstaudung. Dies mindert die Struktur- und Habitatvielfalt, wodurch wertvolle Mikrohabitate für spezialisierte Artengemeinschaften verloren gehen. Eine standortsangepasste Nutzung erweist sich somit als essenziell, um die Resilienz des Ökosystems und seine Leistungen für den Menschen langfristig zu sichern.
  • Tourismus und Wirtschaftsfaktor: Mit dem Verlust der historisch gewachsenen offenen Kulturlandschaft verändert sich auch das Landschaftsbild. Die Verbuschung mindert den ästhetischen, touristischen und kulturellen Wert des Gebirgsraums. Um den Tourismus als zukunftsfähigen Wirtschaftsfaktor zu erhalten, muss er die aktive Pflege und Bewirtschaftung dieser Räume unterstützen.

Die Studie verdeutlicht die enge Wechselwirkung zwischen menschlichem Handeln und dem Schutz sensibler Gebirgsräume. Für die gesellschaftliche Transformation und eine erfolgreiche Renaturierung liefert die Arbeit ein klares Plädoyer: Nachhaltiger Biodiversitätsschutz im alpinen Raum gelingt nicht durch Nutzungsverzicht, sondern durch differenzierte, standortsangepasste Bewirtschaftungskonzepte, die ökologische Vielfalt und regionale Zukunftsfähigkeit gleichermaßen sichern.

Wir möchten uns beim Biosphärenpark Großes Walsertal für die sehr gute Zusammenarbeit und beim sciences’ research programm „Earth system sciences (ESS)“ des Austrian National Committee of UNESCO’s Man and the Biosphere Programme (MAB) 2022 für die Finanzierung bedanken.

We are processing your request… Just a few seconds — thanks for your patience… Almost done — preparing everything for you… Huuuh… this seems to be a difficult thing 🤔 I’m not sure if I can manage this right now… Please refresh the page — I think something went wrong.
If this happens again, please get in touch with us.