Neues zu Endemiten Österreichs und der Ostalpen: übersehene Relikte und überschätzte Blender
(2) Universität Innsbruck, Institut für Ökologie, Technikerstraße 25, 6020 Innsbruck, Österreich
Abstract
Endemiten sind Taxa, die weltweit auf ein bestimmtes, oft eng begrenztes Gebiet beschränkt sind. Die Gründe für diese räumliche Beschränkung sind vielfältig, oft spielen eine geringe Ausbreitungsfähigkeit und die Lage von Eiszeit-Refugien eine entscheidende Rolle. Österreich beherbergt etwa 50 endemische, nicht-apomiktische Blütenpflanzenarten und etwa 500 endemische Tierarten; die meisten davon kommen am Alpensüd- und Alpenostrand in bekannten Refugien vor, einige auch in inneralpinen Gebieten.
Endemiten sollten als “Kronjuwelen” der Biodiversitätsausstattung eines Landes vorrangige Ziele des Naturschutzes sein – sterben sie in ihrem kleinen Verbreitungsgebiet aus, sind sie weltweit verloren. Bevor Schutzbemühungen für Endemiten priorisiert werden, sollte allerdings abgeklärt werden, ob es sich wirklich um schützenswerte, genetisch isolierte und somit eigenständige Arten handelt. In den letzten Jahren wurde auf diesem Gebiet viel geforscht – mit sehr unterschiedlichen Ergebnissen. Während einerseits etliche neue Arten beschrieben wurden und noch immer werden, haben sich einige Endemiten aufgrund integrativ-taxonomischer Befunde als nicht haltbar erwiesen.
Die präsentierten Ergebnisse zeigen, wie wichtig die fundierte Untersuchung unserer heimischen Lebewelt ist, auch – oder vor allem – um für die richtigen Arten die richtigen Schutzmaßnahmen ergreifen zu können.
If this happens again, please get in touch with us.