Integrative Taxonomie und ihre Herausforderungen in parasitischen Plattwürmern – der Fall Gyrodactylus

Abstract ID: 3.119
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Hahn, C. (1)
Schlagbauer, J. (1); Zangl, L. (1); Hansen, H. (2); and Koblmüller, S. (1)
(1) Universität Graz, Institut für Biologie, Universitätsplatz 2, 8010 Graz, Österreich
(2) Norwegian Veterinary Institute, Arboretveien 57, 1433 Ås, Norwegen
How to cite: Hahn, C.; Schlagbauer, J.; Zangl, L.; Hansen, H.; and Koblmüller, S.: Integrative Taxonomie und ihre Herausforderungen in parasitischen Plattwürmern - der Fall Gyrodactylus, #TDB27-3.119
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Keywords: Whole genome sequencing, Phylogenomics, Artabgrenzung
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Abstract
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Gyrodactylus, v. Nordmann 1832, ist mit geschätzten 20.000 Vertretern weltweit die wohl artenreichste Gattung innerhalb der Hakensaugwürmer (Monogenea, Platyhelminthes). Die Tiere sind etwa 0.5mm klein und leben als Ektoparasiten auf Flossen, Haut und Kiemen von Fischen, wo sie meist unentdeckt bleiben. Nur wenige Vertreter, wie zum Beispiel der berüchtigte Parasit Gyrodactylus salaris, der nach Einschleppung in skandinavischen Gewässern für massive Ausfälle in Lachspopulationen sorgte, sind der breiteren Öffentlichkeit bekannt. Morphologische Artabgrenzung ist äußerst schwierig und DNA-Barcoding hat großes Potential als Standardtool für Artidentifikation und -monitoring. Die Gattung ist in Österreich historisch relativ schlecht erforscht und Referenzdaten sind weitestgehend nicht vorhanden. Eine systematische Inventarisierung der Gyrodactylus-Diversität wurde erst vor wenigen Jahren an der Universität Graz gestartet. Mit Stand Ende 2025 haben wir 35 Fischarten in Österreich untersucht und ca. 50 Gyrodactylus-Arten nachgewiesen. Im Zuge der Austrian Barcode of Life (ABOL) Initiative haben wir ein neues DNA-Barcoding-Protokoll entwickelt und etabliert. Unsere schnelle und kostengünstige Methode nutzt die Oxford Nanopore Sequenzierplattform und erlaubt, das wohl gängigste DNA Barcoding Gen, Cytochrom Oxidase Untereinheit I (COI), in seiner Gesamtlänge (~2000 Basen) zu charakterisieren. Dies erlaubt im Vergleich zu den bisher gängigen DNA-Markern für diese Gattung (ribosomale ITS) eine bessere Auflösung für Artabgrenzung und Untersuchungen zur Konnektivität zwischen Populationen, erscheint in einzelnen Artkomplexen aber nach wie vor unzureichend um Verwandtschaftsverhältnisse eindeutig zu klären. Wir zeigen, unter anderem am Beispiel von G. salaris, wie wir das Paradigma der Integrativen Taxonomie mit gesamt-genomischen Analysemethoden erweitern.

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