Bürger:innen-Biotope Tirol – Mitmachorte als Trittsteine für gefährdete Arten

Abstract ID: 3.40
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Lukasser, G. (1)
Pontasch, S. (1); Ringler, V. (4); Kießling, A. (1); Hudler, A. (1); Thalinger, M. (2); Amort, M. (3); Fromm, P. (3); Plangger, M. (3); and Kostenzer, J. (1)
(1) Tiroler Umweltanwaltschaft, Land Tirol, Meraner Straße 5, 6020 Innsbruck, Austria
(2) Sammlungs- und Forschungszentrum der Tiroler Landesmuseen, Krajnc-Straße 1, 6060 Hall in Tirol
(3) Partizipation Tirol, Gramartstraße 115, 6020 Innsbruck
(4) AGORA European Green Deal, Gufeltalweg 12, 6020 Innsbruck
How to cite: Lukasser, G.; Pontasch, S.; Ringler, V.; Kießling, A.; Hudler, A.; Thalinger, M.; Amort, M.; Fromm, P.; Plangger, M.; and Kostenzer, J.: Bürger:innen-Biotope Tirol – Mitmachorte als Trittsteine für gefährdete Arten, #TDB27-3.40
Categories: No categories defined
Keywords: Bürger:innenbeteiligung, nature-based education, stakeholder engagement, co-creation, Artenvielfalt
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Abstract
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Der fortschreitende Verlust der Biodiversität erfordert innovative Ansätze, die über den klassischen, behördlichen Naturschutz hinausgehen. Das Projekt „Bürger:innen-Biotope“ der Tiroler Umweltanwaltschaft zeigt, wie der Schutz gefährdeter Arten erfolgreich mit zivilgesellschaftlichem Engagement, transdisziplinärem Wissenstransfer und Co-Creation verknüpft werden kann.

Der Begriff „Bürger:innen-Biotope“ bzw. „Citizen Biotopes“ beschreibt Ergebnis und Methodik des Projekts gleichermaßen. Einerseits steht der Begriff für einen öffentlich zugänglichen Standort in einer Gemeinde, welcher im Zuge des Projekts über Monate hinweg von den Gemeinschaften zu einem Trittsteinbiotop für gefährdete Arten gestaltet wird. Andererseits beschreibt er die besondere Vorgehensweise, Bürger:innen verschiedener Alters- und Berufsgruppen, Vertreter:innen aus Gemeindepolitik und -verwaltung sowie lokaler Wirtschaft (Landwirtschaft, Gärtnereien, Handwerk und Industrie) zum gemeinsamen Handeln zu bringen.

Im Zeitraum von 2023 bis 2025 wurden die Gruppen engagierter Bürger:innen aus sechs verschiedenen Regionen Tirols von einem interdisziplinären Team aus Natur- und Sozialwissenschaften bei der Schaffung der Bürger:innen-Biotope begleitet. Dieser interdisziplinäre Ansatz ermöglichte höchste ökologische Standards bei der Umsetzung (zB Flächenplanung und Saatgutsammlung), sicherte eine gleichberechtigte Teilhabe aller Stakeholder und förderte das persönliche Handlungsbewusstsein in der Nachhaltigkeit und Know-How der Beteiligten. Primäres Ziel des Projekts war es, gefährdete Pflanzenarten der Halbtrockenrasen im eigenen Umfeld zu stärken. Dieses wurde von den lokalen Gemeinschaften erreicht: Es entstanden 38 Bürger:innen-Biotope auf einer Gesamtfläche von 2,2 Hektar. Für die Umsetzung wurden 88 einheimische Pflanzenarten (darunter 27 Arten der Roten Liste Österreichs) auf Spenderflächen gesammelt, rund 8.000 Setzlinge gepflegt und über 1.250 digitale Naturbeobachtungen via der digitalen Naturbestimmungs-Plattform und App „iNaturalist“ dokumentiert.

Der Vortrag befasst sich insbesondere mit den methodischen Erfolgsfaktoren dieser engen Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Gesellschaft. Anhand evidenzbasierter Daten und fotographischer Dokumentation wird aufgezeigt, wie aus Mitmachorten wertvolle und langfristige Biodiversitäts-Oasen entstehen können. Das Projekt wird gefördert durch den Biodiversitätsfonds des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft . In der aktuellen Phase (bis 2028) geht es um die Verankerung bestehender sowie die Erweiterung um weitere regionstypischer Wiesenlebensräume in Tirol.

Das Projekt Bürger:innen-Biotope wird von der Europäischen Union (NextGenerationEU), durch den Biodiversitätsfonds des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft und die Tiroler Umweltanwaltschaft finanziert.

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