PD 27.102
Multi-Stakeholder-Engagement für die Biodiversität
Details
Full Title
Multi-Stakeholder-Engagement für die Biodiversität: Erfahrungen an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft, Politik und GesellschaftScheduled
TBATBAChair
Vadrot, AliceCo-chair(s)
Schinegger, Rafaela; Sturmbauer, Christian; Hein, Thomas; Gratzer, Georg; Tribsch, Andreas; Essl, Franz; Krisai-Greilhuber, Irmgard; Gaube, Veronika; Gerzabek, Martin; Bruckman, Viktor; Petermann, Jana; Rüdisser, Johannes; and Hartlieb, MargaritaThematic Focus
GesellschaftKeywords
Biodiversitätspolitik, Stakeholder-Engagement, Evidenzbasierte Partizipation, Stakeholder-Schnittstelle
Abstract/Description
Die Entwicklung und Implementierung wirksamer Maßnahmen zum Erhalt der biologischen Vielfalt erfordert eine dynamische Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Politik und Gesellschaft. Universitäten, thematisch kompetente Forschungsgruppen sowie einzelne Wissenschaftler_innen sehen sich zunehmend gefordert, sich über Ansätze wie Co-Creation, Co-Production und Co-Design als aktive Stakeholder in eine nachhaltige Umweltpolitik und in öffentliche Biodiversitätsdebatten einzubringen. Gleichzeitig erschweren institutionelle und politische Hürden den wissenschaftlichen Akteuren eine effektive und wirksame Sichtbarkeit ihrer Daten und Erkenntnisse in politischen Entscheidungsprozessen.
Die Notwendigkeit, dieses Spannungsfeld zugunsten inklusiver, partizipativer und evidenzbasierter Prozesse sowie einer Kultur gegenseitiger Wertschätzung aufzulösen, ist aktueller denn je. Sie manifestiert sich auf nationaler Ebene unter anderem in der Umsetzung der österreichischen Biodiversitätsstrategie 2030 und der EU-Wiederherstellungsverordnung, die auch ökosystemare Klimabilanzen einbeziehen will. Aber auch auf globaler Ebene zeigt sich die Notwendigkeit, die Schnittstelle zwischen Wissenschaft, Politik und Gesellschaft konstruktiv zu gestalten, etwa bei der Implementierung des globalen 30×30-Ziels der Konvention über die biologische Vielfalt. Die Einbindung wissenschaftlicher Akteure in das kürzlich von Österreich ratifizierte und im Jänner 2026 in Kraft getretene UN-Hochseeschutzabkommen soll hier beispielhaft genannt werden.
In dieser Session soll diskutiert werden, was ein Multi-Stakeholder-Engagement in der Praxis bedeutet und wie eine wirksame Partizipation für eine evidenzbasierte Politikgestaltung im Bereich des Biodiversitätserhalts umgesetzt werden kann. Auf Basis von Best-Practice- und Worst-Case-Beispielen möchten wir die Chancen, Herausforderungen sowie die realen Grenzen des Stakeholder-Engagements kritisch erörtern und anhand konkreter Beispiele aus der Community die aktuelle Einbindung der Wissenschaft in die österreichische Biodiversitätspolitik diskutieren. Wir suchen nach Beiträgen aus Wissenschaft und Praxis.