Land der Berge – Land der invasiven Arten?
Abstract
Weltweit steigt die Zahl neu dokumentierter eingeschleppter und invasiver Arten. Als invasiv gelten Arten, wenn sie sich über ihr ursprüngliches Verbreitungsgebiet hinaus ausbreiten und eine Bedrohung für die menschliche Gesundheit, die Wirtschaft oder die heimische Biodiversität darstellen. Diese Einwanderer mit Schadpotenzial machen auch vor Österreich nicht halt. Aufgrund seiner innerkontinentalen Lage ist Österreich besonders exponiert, verfügt jedoch zugleich über natürliche geografische und klimatische Barrieren. Zwei invasive Hautflügler (Hymenoptera) überwanden diese Barrieren und sind, zumindest teilweise, in Österreich verbreitet anzutreffen.
Megachile sculpturalis Smith, 1853 gilt als erste invasive Wildbiene Europas und kommt seit 2017 auch in Österreich vor. Laufende Forschungsprojekte deuten sowohl auf Konkurrenz mit heimischen Wildbienen als auch auf eine Abhängigkeit von nicht heimischen Blütenpflanzen Neophyten als Futterpflanzen hin.
Das Auftreten von Vespa velutina Lepeletier, 1836 in den Jahren 2024 und 2026 in Österreich alarmierte – anders als im Fall von M. sculpturalis – Imker:innen und Wissenschaftler:innen gleichermaßen. Öffentlichkeitswirksame Medienberichte sowie staatlich unterstützte Handlungsempfehlungen zur Detektion und Bekämpfung sollen die Etablierung der Asiatischen Hornisse in Österreich verhindern. Studien zu ihren Schadwirkungen konzentrieren sich bislang vor allem auf die Landwirtschaftssektoren Imkerei und Obstbau. Hinsichtlich möglicher negativer Folgen des Auftretens von V. velutina für die Biodiversität bestehen hingegen erhebliche Datenlücken.
Anhand dieser beiden invasiven Hymenopteren rekonstruieren wir typische Einschleppungswege nach Österreich und stellen das aktuelle Vorkommen dar. Darüber hinaus diskutieren wir mögliche Schadwirkungen und beleuchten den gesellschaftlichen sowie staatlichen Umgang mit diesen Arten.
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