Genetisches Monitoring bei Raufußhühnern – weit voraus aber (noch) nicht zukunftsfit?

Abstract ID: 3.196
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Kunz, F. (1)
(1) Institut für Wildbiologie und Jagdwirtschaft, Department für Ökosystemmanagement, Klima und Biodiversität, BOKU University, Gregor-Mendel-Straße 33, 1180 Wien
How to cite: Kunz, F.: Genetisches Monitoring bei Raufußhühnern – weit voraus aber (noch) nicht zukunftsfit?, #TDB27-3.196
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Keywords: Auerhuhn, Birkhuhn, STR, NGS, Datenbank
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Biodiversität nimmt in beispiellosem Tempo ab, und heimische Wildtierpopulationen stehen zunehmend unter Druck. Obwohl genetische Diversität bereits 1992 als eine der Säulen der Biodiversität definiert wurde, ist sie im Biodiversitätsmonitoring sowie in nationalen und internationalen Schutzmechanismen bislang nur unzureichend berücksichtigt. Mit dem Kunming-Montreal Global Biodiversity Framework wurde 2022 erneut der Fokus auf den Erhalt genetischer Diversität und der Anpassungsfähigkeit von Arten und Populationen gelegt und dieser ausdrücklich als zentrales Ziel formuliert.

Raufußhühner nehmen im Naturschutz eine besondere Stellung ein. Als Indikatorarten stehen sie exemplarisch für schützenswerte Lebensräume und Ökosysteme. Etablierte Monitoringsysteme von Raufußhühnern basieren jedoch vor allem auf Zählergebnissen. Eigene Ergebnisse und Studien zeigen dabei allerdings, dass die genetische Diversität selbst in stabil erscheinenden Populationen abnehmen kann und damit ein bislang unerkannter Anstieg des Aussterberisikos verbunden sein kann. Dieser schleichende Verlust ist vor allem in abgeschnittenen oder teil-isolierten Populationen im Metapopulationskontext zu beobachten, wie sie in den heimischen Alpen vorkommen. Verschiedene Projekte zur Raufußhuhngenetik der letzten Jahre zeichnen ein ambivalentes Bild, das sowohl erhebliche Herausforderungen als auch konkrete Chancen aufzeigt. Ergebnisse beim Auerhuhn beispielsweise bestätigen eine komplexe Populationsstruktur in Vorarlberg, während in Kärnten und Steiermark kaum Differenzierungseffekte nachgewiesen werden konnten. Die Herausforderungen in der Interpretation lokaler Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit, genetische Daten in Zukunft sowohl integrativ mit weiteren Grundlagen (bspw. Landschaftsökologischen Daten) also auch überregional mit benachbarten (Teil-)Populationen zu analysieren. Um das Biodiversitätsmonitoring zukunftsfit zu gestalten, ist eine nationale und internationale Harmonisierung von Methoden, Daten und Informationen essenziell.

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