MetaFung – Erhebung der Diversität der Pilze und Arthropoden in Großschutzgebieten Österreichs mittels Metabarcoding

Abstract ID: 3.169
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Urban, A. (1)
Gorfer, M. (AIT Austrian Institute of Technology - Bioresources); Michel, K. (BFW Bundesforschungszentrum f. Wald – Abteilung Bödenökologie); Kitzler, B. (BFW Bundesforschungszentrum f. Wald – Abteilung Bödenökologie); Krisai-Greilhuber, I. (Universität Wien - Department für Botanik und Biodiversitätsforschung); Steiner, B. (Universität Wien - Department für Funktionelle und Evolutionäre Ökologie); and Haider, J. (Nationapark Thayatal GmbH – Bereich Forschung & Naturraummanagement)
(1) University of Vienna, Department of Botany and Biodiversity Research, Department of Botany and Biodiversity Research, Rennweg 14, 1030 Wien, Austria
How to cite: Urban, A.; Gorfer, M.; Michel, K.; Kitzler, B.; Krisai-Greilhuber, I.; Steiner, B.; and Haider, J.: MetaFung – Erhebung der Diversität der Pilze und Arthropoden in Großschutzgebieten Österreichs mittels Metabarcoding, #TDB27-3.169
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Keywords: Funga
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Abstract
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Das MetaFung-Projekt erbrachte eine erste Metabarcoding-gestützte Bestandsaufnahme der bodenbewohnenden Pilze und Arthropoden von 190 Probeflächen in acht österreichischen Großschutzgebieten – allen Nationalparks, dem Wildnisgebiet Dürrenstein und dem Biosphärenpark Wienerwald. Diese Großschutzgebiete umfassen auf ca. 4,2 % der Landesfläche einen wesentlichen Teil der landschaftlichen, bodenkundlichen und biologischen Vielfalt Österreichs und sind durch vielfältige ökologische Gradienten (Seehöhe, Klima, Salinität, etc.) geprägt.
Insgesamt wurden 15.695 Pilz-OTUs (Operational Taxonomic Units, ITS2, 97%-OTU-Clustering) nachgewiesen. Trotz dieser großen Zahl war bei den Akkumulationskurven keine Sättigung zu erkennen – zusätzlicher Sampling- und Sequenzieraufwand hätte mit statistischer Gewissheit weitere OTUs ergeben.
Knapp ein Drittel dieser OTUs wurde mittels datenbankgestützter Annotierung den Barcodes bekannter Arten zugeordnet. Die Überprüfung eines Teils dieser Zuordnungen ergab jedoch in zahlreichen Fällen Revisionsbedarf. Vorläufige Auswertungen der überprüften Zuordnungen ergaben zahlreiche für Österreich noch nicht dokumentierte Arten, umgekehrt waren viele der für Österreich bereits nachgewiesenen Pilzarten im MetaFung-Datensatz nicht erfasst. Die Größe der Schnittmengen ist je nach Gattung sehr unterschiedlich.
Unter den gesichert identifizierten Arten befanden sich 205 Arten der österreichischen Roten Liste einschließlich 25 vom Aussterben bedrohter Pilzarten (CR). Viele der nachgewiesenen seltenen und gefährdeten Pilzarten waren für die jeweiligen Schutzgebiete noch nicht dokumentiert.
Die Ergebnisse zeigen, dass jedes der Schutzgebiete eine Vielfalt an Lebensräumen mit jeweils eigenen, charakteristischen Pilzgemeinschaften beherbergt, die stark an lokale Böden, Habitattypen, Baumarten, und ökologische Prozesse gebunden sind – ähnlich wie bereits für andere Organismengruppen (Pflanzen, Tiere) beschrieben. Auch die relative Abundanz verschiedener Pilz-Gilden unterscheidet sich zwischen den Schutzgebieten und Lebensräumen.
Die parallel durchgeführte Bodenanalytik umfasste neben den grundlegenden chemisch-physikalischen Parametern auch Verfahren zur Analyse der Kohlenstoffdynamik der untersuchten Böden. Vorläufige Analysen zeigen vielfältige Korrelation zwischen Pilzarten und Bodenparametern. Bei einigen Pilzgilden fanden sich Arten, die stark positiv mit dem organischen Kohlenstoffgehalt des Bodens korrelierten, die potentielle Indikatorfunktion dieser Arten verdient weitere Nachforschung.

Das Projekt MetaFung wurde vom Biodiversitätsfond aus Mitteln des NextGenerationEU-Programms gefördert.

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