Stakeholder Inklusion für die Bewertung der Grenzen und Möglichkeiten eines Netto-Biodiversitätsgewinns im Planungsprozess von erneuerbaren Energien
(2) BOKU University, Raumplanung, Umweltplanung und Bodenordnung, Department für Landschaft, Wasser und Infrastruktur
Abstract
Um die Auswirkungen der Klima- und Biodiversitätskrise zu mindern, ist es notwendig, beim Ausbau erneuerbarer Energien negative Auswirkungen auf die Biodiversität umzukehren. Das Biodiversa+ Projekt BIOGAIN arbeitet mit Entscheidungsträger*innen in den Behörden und anderen Interessengruppen wie Umweltanwält*innen und Planungsbüros zusammen, um herauszufinden, inwieweit ein Netto-Biodiversitätsgewinn im Rahmen des Ausbaus erneuerbarer Energien möglich sein könnte. In einem multimethodischen Ansatz untersucht BIOGAIN tiefgreifende Einflussfaktoren für die Entscheidungsfindung auf mehreren Ebenen, wobei wir den Schwerpunkt auf die überlokale Ebene legen, die in der EU- und nationalen Planung an Bedeutung gewonnen hat.
Angesichts des Zeitdrucks, die Klimaschutzziele zu erreichen, müssen Interessengruppen Entscheidungen oft trotz begrenzter Datenverfügbarkeit treffen, was zu kontroversen Entscheidungen und Kompromissen führen kann, die nicht transparent bewertet werden. Der Ansatz von BIOGAIN stützt sich daher auf die Einbindung verschiedener Interessengruppen, um die Rolle neuartiger Technologien, inklusive der Unterstützung durch Künstliche Intelligenz (KI) bei der Erhebung und Verarbeitung von Biodiversitätsdaten zu analysieren. Das Projekt erarbeitet damit die Voraussetzungen für die Nutzung von KI-gestützten Daten zur Erreichung von Netto-Biodiversitätsgewinnen.
Die Einbindung der Interessengruppen erfolgt dabei in verschiedenen Formaten: Durch Serious Games, in Discrete Choice Experimenten und im Rahmen von kollaborativen Entscheidungsanalyse-Workshops. Durch die neuartige Kombination dieser Methoden können sowohl die erwarteten Auswirkungen der unterschiedlichen Maßnahmen auf die Biodiversität als auch variierende Intensitäten der KI-Nutzung in der integrierten Energieraumplanung untersucht werden. Die Integration von unterschiedlichen Interessengruppen ermöglicht dabei vergleichende Analysen von Variationen in der Bewertung der Trade-offs und deren Berücksichtigung in der Entscheidungsfindung.
Durch die Untersuchung der komplexen Trade-offs, welche einen Paradigmenwechsel zu Netto-Biodiversitätsgewinnen verhindern oder unterstützen, trägt BIOGAIN zu einem besseren Verständnis der Möglichkeiten und Grenzen einer biodiversitätsfördernden Energieraumplanung bei. Die Nutzung der unterschiedlichen Methodiken und der Fokus auf drei Untersuchungsregionen in Mitteleuropa (Österreich, Deutschland, Polen) ermöglichen die Untersuchung unterschiedlicher Planungssysteme und -kontexte. Im Rahmen dieses Vortrags werden der Prozess der Stakeholder Partizipation sowie erste Ergebnisse der Workshops präsentiert.
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