Baumarten, Kronendachverluste und Fragmentierung: Wie lassen sich getrennt erhobene Fernerkundungsprodukte koppeln?
Abstract ID: 3.11
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Wegler, M. (1)
Coleman, K. (1); Thonfeld, F. (1); Kacic, P. (1); Asam, S. (1); and Künzer, C. (1,2)
(1) Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), Münchnerstr. 20; 82234 Wessling
(2) Institute for Geography and Geology, University of Wuerzburg, 97074 Wuerzburg
(2) Institute for Geography and Geology, University of Wuerzburg, 97074 Wuerzburg
How to cite: Wegler, M.; Coleman, K.; Thonfeld, F.; Kacic, P.; Asam, S.; and Künzer, C.: Baumarten, Kronendachverluste und Fragmentierung: Wie lassen sich getrennt erhobene Fernerkundungsprodukte koppeln?, #TDB27-3.11
Abstract
Fernerkundung liefert inzwischen für ganz Deutschland flächendeckende, wiederholbare Produkte zu zentralen Waldmerkmalen. Diese Produkte werden bislang meist unabhängig voneinander entwickelt, validiert und interpretiert. Am Beispiel eines mehrstufigen Kartierungs- und Monitoringansatzes zeigen wir, welches Potenzial in einer stärkeren Verknüpfung dieser Ebenen liegen könnte.
Die Grundlage bildet ein bundesweites, NFI-unabhängiges Verfahren zur Kartierung der dominanten Baumart (10 m Auflösung, Sentinel-1/-2, XGBoost, 10 Baumartenklassen, F1 = 0,89), das durch eine mehrjährige Mehrheitsentscheidung (2016–2024) zu einer zeitlich stabilisierten und störungsfreien Referenzkarte weiterentwickelt wurde (F1 einzelner dominanter Baumarten bis zu 0,99). Diese Referenzkarte ermöglicht erstmals eine flächendeckende, baumartenspezifische Attribution von Kronendachverlusten im Zeitraum 2018 bis 2024. Fichten-dominierte Bestände tragen mit über 50 Prozent den größten Anteil am nationalen Verlust, haben alleine im Untersuchungszeitraum rund ein Fünftel ihrer Gesamtfläche verloren und weisen eine ausgeprägte saisonale Signatur mit einem borkenkäfertypischen Spätsommerpeak auf. Laubbaumarten zeigen hingegen deutlich geringere und anders verteilte Verluste.
Die Fichte verliert dabei nicht nur Fläche, sondern verändert auch die räumliche Form der verbleibenden Bestände: Wo einst zusammenhängender Wald stand, entstehen zunehmend Lücken, aufgelöste Ränder und isolierte Restflächen. Ob sich dieser räumliche Zerfall systematisch nach Baumart unterscheidet und ob er mit messbaren Einbußen bei Kronendachhöhe, -bedeckung oder Biomasse einhergeht, ist bislang kaum untersucht, obwohl entsprechende bundesweite Datensätze zu Waldfragmentierung inzwischen vorliegen.
Hier sollen die validierten Ergebnisse zur baumartenspezifischen Störungsattribution vorgestellt werden und am Ende kurz skizziert werden, wie sich Fichtenverluste, Fragmentierungsmuster und Strukturverlust zu einem gemeinsamen Bild fügen könnten.
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