FS 27.111
Biodiversität trifft Technologie
Details
Full Title
Von Biomonitoring zu Biologging – Der Einsatz von fortschrittlichen Technologien in Biodiversitätsforschung und angewandtem NaturschutzScheduled
TBATBAChair
Hoelzl, FranzCo-chair(s)
Stalder, Gabrielle; Wiegele, Elisabeth; and Painer, JohannaThematic Focus
Forschung, Monitoring, Neue MethodenKeywords
Innovation, Technologie, Naturschutz, Wildlife
Abstract/Description
Die sich beschleunigende globale Biodiversitätskrise erfordert skalierbare und innovative Ansätze, um Biodiversität gezielt zu fördern und die positiven Auswirkungen von Naturschutzmaßnahmen in dynamischen und sich rasch verändernden Ökosystemen sichtbar zu machen. Diese Fokus-Session untersucht die Nutzung von breit angelegten, passiven Technologien und aktiven, hochauflösendem Biologging zur umfassenden Bewertung der ökologischen Gesundheit.
Passive Monitoringsysteme haben unsere Fähigkeit, ganze biologische Gemeinschaften nicht-invasiv zu beobachten, grundlegend erweitert. Sensornetzwerke – von Kameras bis zu akustischen Rekordern – ermöglichen es Vorkommen von Arten, Populationstrends, klimabedingte phänologische Verschiebungen und kryptische Arten in schwierigen Lebensräumen zu verfolgen.
Ergänzt werden diese Werkzeuge durch die Umwelt-DNA (eDNA)-Technologie, die einen hochempfindlichen Ansatz zum Nachweis von genetischem Material bietet, das in aquatische, terrestrische und atmosphärische Systeme abgegeben wurde. Dieses molekulare Werkzeug ist entscheidend für die Identifizierung seltener, gefährdeter und invasiver Arten sowie für die Bewertung umfassenderer organismischer und mikrobieller Gemeinschaftsstrukturen.
Während passive Systeme die Gemeinschaftsebene erfassen, sammelt das aktive Biologging hochauflösende Daten direkt von einzelnen Organismen. Beim Biologging werden Sensoren verwendet, die an Tieren befestigt oder implantiert werden, um Bewegung, Verhalten, Energiekosten und physiologischen Stress in Echtzeit aufzuzeichnen. Obwohl aktive, physische Bio-Logger überwiegend bei Tieren eingesetzt werden, bietet die Verknüpfung dieser Erkenntnisse auf individueller Ebene mit dem umfassenderen passiven Monitoring von Pflanzengemeinschaften einen ganzheitlichen Blick darauf, wie verschiedene Organismen auf Stressfaktoren reagieren.
Ziel dieser Session ist es aufzeigen, wie der Einsatz dieser Technologien und die Verschmelzung daraus gewonnener Daten neue Erkenntnisse in der Biodiversitätsforschung generieren und wie diese für das Monitoring naturschutzrelevanter Arten und Lebensräume genutzt werden können. Weiters soll veranschaulicht werden wie durch die Kombination dieser Technologien komplexe Problemstellungen bearbeitet und in ein zielgerichtetes Naturschutzmanagement übersetzt werden können.