FS 27.109
Schützen wir das Richtige?
Details
Full Title
Rote Listen, Gefährdung versus Schutz – auf der Suche nach einem gemeinsamen NennerScheduled
TBATBAChair
Pagitz, KonradCo-chair(s)
No co-chair(s) nominatedThematic Focus
alpine Lebensräume, Forschung, No focus definedKeywords
Artenschwund, Naturschutz, Artenschutz, Flora, Kartierung
Abstract/Description
Checklisten, Neophytenlisten und Rote Listen stellen die zentralen Inventare der Lebewelt eines Gebietes dar, im Idealfall begleitet von einer Visualisierung der Verbreitung im jeweiligen Gebiet. Voraussetzung dafür ist eine umfassende Auseinandersetzung mit der Flora des Gebietes inklusive einer regelmäßigen kartographischen Erfassung. Rote Liste sind die zentrale Informationsquelle über den „Zustand“ der Flora und damit kommt ihnen eine wichtige Rolle als Natur- und Artenschutzgrundlage zu. Zuletzt erfolgten mehrfach Aktualisierungen solcher Listen auf internationaler, nationaler und auch regionaler Ebene. Welche Konsequenz und Relevanz haben sie aber in der Praxis?
Im amtlichen Naturschutz werden sie in der Regel berücksichtig, eine rechtliche Verankerung ist aber häufig nicht oder nur bedingt gegeben. Für die „Unter-Schutz-Stellung“ werden andere bzw. weitere Kriterien herangezogen – der tatsächlichen Gefährdung kommt damit teilweise nur eine Nebenrolle zu. Gegenüberstellungen zeigen beispielweise schon innerhalb Österreichs große Unterschiede in der Vorgehensweise von einer vollständigen Übernahme der als gefährdet eingestuften Sippen bis hin zu einer nur geringfügigen Übereinstimmung von Gefährdung und rechtlichem Status als geschützte Pflanzen. Die daraus resultierenden, oft großen Diskrepanzen zwischen Schutz und Gefährdung, führen unweigerlich zu den Fragen: Wird geschützt was auch gefährdet ist? Braucht alles Gefährdete Schutz?
Diese Session bietet die Möglichkeit einer breiten Diskussion zum Thema Artinventare, Kartierung und Dokumentation der Verbreitung, Rote Listen und Naturschutz:
- Was bieten bzw. wozu dienen Rote Listen, was ist die Aufgabe und Zielrichtung von Naturschutzverordnungen und darin enthaltene Listen geschützter Pflanzenarten?
- Wie viel Grundlagenwissen ist erforderlich für einen effektiven Schutz?
- Wo liegt die Verantwortung diese Grundlagen zu schaffen?
- Wer soll alles Zugang zu diesen Daten haben bzw. wie frei soll der Zugang sein