Von der Punktwolke zum ökologischen Wert: Automatisierte Erfassung und Bewertung von Obstbäumen als Grundlage für Förderung der Bäume in der Landschaft
(2) Federal Office for Agriculture FOAG, Schwarzenburgstrasse 165, CH-3003 Bern
Abstract
Obstbaumbestände gehören zu den artenreichen Kulturlandschaften Mitteleuropas, sind jedoch durch Aufgabe und Alterung bedroht. Bislang basieren Förderinstrumente in der Schweiz auf einem zweistufigen, massnahmenbasierten System, welches den tatsächlichen ökologischen Wert einzelner Bäume manchmal schlecht widerspiegelt. Wir untersuchen, ob eine baumspezifische, ökologisch differenzierte Bewertung automatisiert und landesweit als Grundlage für künftige Förderzahlungen umgesetzt werden kann.
Unsere Analyse basiert auf schweizweiten Daten aus dem luftgestützten Laserscanning (ALS), aus denen wir Vegetationshöhenmodelle ableiten. Zur Erkennung einzelner Bäume aus diesen Vegetationshöhenmodellen verwenden wir optimierte Segmentierungsmethoden und Glättungsvarianten.
Für jeden erkannten Baum extrahieren wir baumbezogene und räumliche Merkmale: Baumhöhe, Kronendurchmesser und -volumen, Anteil an Totholz, Funktionsgruppe (Nadelbaum, Obstbaum, sonstiger Laubbaum) sowie räumliche Kennzahlen zur Vernetzung und zur Umgebung (Baumdichte, Entfernung zu Wald, Siedlungen und ökologisch wertvollen Gebieten). Aus diesen Merkmalen leiten wir für jeden Baum einen ökologischen Wert ab.
Erste Ergebnisse zeigen, dass freistehende Obstbäume auf offenem Agrarland sehr zuverlässig erkannt werden, während Bäume in Hecken und Waldrändern eine gezielte Filterung erfordern. Wir erörtern methodische Einschränkungen sowie die Frage, wie sich eine Umstellung von einer flächenbasierten auf eine baumbasierte, ökologisch gewichtete Finanzierung auf die Bewertungen und Zahlungen auswirken würde.
If this happens again, please get in touch with us.