Tiefkalte Schätze: (Umwelt)-DNA aus dem Archiv der Umweltprobenbank des Bundes offenbart langjährige Biodiversitätstrends
Abstract
Die aktuelle Biodiversitätskrise verlangt nach standardisierten und langen Datenzeitreihen, die zuverlässige Aussagen über den Wandel der Biodiversität zulassen. Die Umweltprobenbank des Bundes sammelt seit den 80er Jahren Umwelt- und Humanproben in ganz Deutschland zur systematischen Erfassung der Schadstoffbelastung und archiviert sie dauerhaft über flüssigem Stickstoff. Die Umweltproben, z.B. Muscheln und Tang von der Küste und Blätter von Bäumen verschiedenster Standorte, enthalten DNA-Spuren von Organismen, mit denen sie in enger Assoziation leben. So hinterlassen beispielsweise Insekten durch Fraßspuren oder Kot DNA auf Blättern, während Muscheln beim Filtern des Wassers Phytoplankton aufnehmen. Zudem leben etliche Mikroorganismen wie Pilze und Bakterien in enger Assoziation mit den Probenarten und finden so ebenfalls den Weg in das Archiv der Umweltprobenbank des Bundes. Diese Umwelt-DNA kann mithilfe des Metabarcoding-Verfahrens genutzt werden, um die mit den Probenarten assoziierten Lebensgemeinschaften von z.B. Phytoplankton, Blattpilzen oder Arthropoden zu rekonstruieren. Die kryogene Langzeitlagerung stoppt sämtliche chemischen und biologischen Prozesse und konserviert die Proben in ihrem Ausgangszustand. Auf diese Weise können die systematisch und hochstandardisiert gesammelten Proben des Archivs genutzt werden, um Biodiversitätsveränderungen der letzten 40 Jahre zu beleuchten. Diese Anwendung bietet eine einzigartige Chance auf seltene, höchststandardisierte Daten zum Wandel der Biodiversität, die eine notwendige Grundlage für ein besseres Verständnis des Wandels der Biodiversität bilden.
If this happens again, please get in touch with us.