Spotlight auf wenig beachtete Bestäuber: Eine Artencheckliste und DNA-Barcodes für die Wollschweber Österreichs

Abstract ID: 3.36
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Maynollo, S. (1)
(1) Naturhistorisches Museum Wien, Burgring 7, 1010 Vienna
How to cite: Maynollo, S.: Spotlight auf wenig beachtete Bestäuber: Eine Artencheckliste und DNA-Barcodes für die Wollschweber Österreichs, #TDB27-3.36
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Keywords: Diptera, Integrative Taxonomie, Barcoding, Pollination
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Abstract
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Wollschweber sind eine Familie Blüten besuchender und bestäubender Fliegen. Ihre Larven entwickeln sich parasitisch an den Larven anderer Insekten, oft Wildbienen. Mit weltweit rund 4500 beschriebenen Arten gehören sie zu den artenreichsten Gruppen der Brachycera. Die Tiere sind groß und oft attraktiv gefärbt, dennoch sind sie wie viele andere Fliegentaxa unzureichend erforscht: Der einzige für Österreich vollständige Bestimmungsschlüssel ist fast hundert Jahre alt, und es gibt keine fundierte Artenliste für Österreich, welche den Grundstein für eine Rote Liste und somit den effektiven Schutz bilden würde.
Die Aufstellung einer umfassenden Liste der in Österreich nachgewiesenen Arten, deren Ergänzung durch DNA-Barcodes und die Zusammenstellung eines entsprechenden Bestimmungsschlüssels waren das Ziel der Masterarbeit „The Bombyliidae of Austria: Creating an Identification Key and DNA Barcoding References“.

Die derzeitige Liste umfasst 48 Arten, zwei davon wurden im Rahmen der Arbeit erstmals in Österreich nachgewiesen. Von über 100 gesammelten Tieren konnten 79 Barcodes generiert werden, welche 31 Arten abdecken. Nur von 3 Arten, welche im Sampleset vertreten waren, konnten keine Barcodes generiert werden. Die Analyse der genetischen Daten wirft mehrere Fragen zur Taxonomie auf; zu deren Beantwortung sind detailliertere Untersuchungen notwendig.

Dieser nun aktualisierte und erweiterte Kenntnisstand über die Bombyliidae ermöglicht eine Konkretisierung der Fragestellungen, die die taxonomische und ökologische Erforschung der Gruppe prägen. Insbesondere die Wirtsbeziehungen der parasitischen Larven sind schlecht erforscht und basieren häufig auf Zufallsfunden.
DNA-Barcoding-basierte Methoden könnten zum strukturierteren Erkenntnisgewinn beitragen, stützen sich jedoch auf belastbare Referenzdaten. Dies gilt nicht nur für Bombyliidae, sondern auch für zahlreiche andere Gruppen, welche durch Parasitismus in die Populationsdynamik von Bestäuberinsekten eingebunden sind. Auf einfachen, erprobten Methoden basierende Untersuchungen wie die vorliegende Arbeit bilden daher eine unverzichtbare Basis für das bessere Verständnis und damit besseren Schutz von Bestäuberpopulationen.

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