Oribatida und Collembola als Indikatoren für klimabedingte Veränderungen in Gebirgsböden

Abstract ID: 3.34
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Seeber, J. (1,2)
Breschi, J. (1); and Steinwandter, M. (1)
(1) Eurac Research, Institut für Alpine Umwelt, Drususallee 1, 39100 Bozen, Trentino-Alto Adige, Italy
(1) Universität Innsbruck, Institut für Ökologie, Technikerstraße 25, 6020 Innsbruck, Tirol, Austria
How to cite: Seeber, J.; Breschi, J.; and Steinwandter, M.: Oribatida und Collembola als Indikatoren für klimabedingte Veränderungen in Gebirgsböden, #TDB27-3.34
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Keywords: Boden, Springschwänze, Hornmilben, Bodenbiodiversität, Langzeitmonitoring
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Abstract
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Das Langzeitmonitoringprogramm für Ökosystemprozesse des Nationalparks Hohe Tauern wurde 2016 ins Leben gerufen, um Veränderungen in Gebirgsökosystemen langfristig beobachten und bewerten zu können. Gebirgsökosysteme sind besonders anfällig bezüglich globaler Umweltveränderungen, Reaktionen sind jedoch schwer nachzuweisen, da viele alpine Organismen langsam reagieren und die natürliche Variabilität zwischen den Jahren erheblich ist.

Die drei Standorte Untersulzbachtal, Innergschlöss und Seebachtal repräsentieren alpine Rasengesellschaften später Sukzessionsstadien. Transekte wurden entlang von Schneeschmelzgradienten – von früh ausapernden Windkanten bis zu spät ausapernden Schneetälchen – eingerichtet und bilden natürliche Experimente. Die Schneebedeckungsdauer bestimmt die Länge der Vegetationsperiode, was Auswirkung auf die Artenzusammensetzung haben sollte.

Ein Untersuchungsteil des Langzeitmonitorings beschäftigt sich mit der Bodenmesofauna. Über vier Probenahmejahre (2017, 2022, 2024, 2026) hinweg zeigten die mittleren Dichten von Oribatiden (Hornmilben) und Collembolen (Springschwänze) keinen konsistenten Trend entlang der Schneeschmelzgradienten, wobei die Oribatiden diesen stärker widerspiegelten. Häufige Oribatidenarten blieben an den jeweiligen Standorten zwischen den Jahren relativ ähnlich, während Collembolen stärkere Schwankungen aufwiesen: die Collembolengemeinschaften wurden von Generalisten dominiert und überschnitten sich stark zwischen den Standorten. Die Oribatidengemeinschaften waren dagegen artenreicher, ausgewogener und stärker standortspezifisch; sie umfassten sowohl Generalisten als auch Spezialisten. Collembolen eignen sich möglicherweise weniger gut als Indikatoren für kleinräumige Unterschiede entlang des untersuchten Gradienten, während Oribatiden für ein langfristiges Monitoring vielversprechender erscheinen.

Diese Arbeit wurde mit Mitteln von der Europäischen Union, der Republik Österreich und des Nationalparks Hohe Tauern unterstützt.

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