Österreichs Naturparke und ihr Beitrag zum Erhalt von Streuobst-Kulturlandschaften

Abstract ID: 3.80
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Silber, R. (1)
(1) Rainer Silber, Naturpark Obst-Hügel-Land
How to cite: Silber, R.: Österreichs Naturparke und ihr Beitrag zum Erhalt von Streuobst-Kulturlandschaften, #TDB27-3.80
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Keywords: Streuobstprojekte, Naturpark, Kulturlandschaft
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Streuobstwiesen zählen zu den charakteristischen Kulturlandschaften Österreichs. Sie sind durch jahrhundertelange Bewirtschaftung entstanden, bieten wertvolle Lebensräume für eine Vielzahl von Arten und sind zugleich ein bedeutendes kulturelles Erbe. Ihr Fortbestand ist jedoch unmittelbar an regelmäßige Pflege und Nutzung geknüpft. Damit veranschaulichen Streuobstbestände in besonderer Weise das Leitprinzip der österreichischen Naturparke: „Schützen durch Nützen“.

Der Vortrag gibt einen Überblick über die Bedeutung und Aktivitäten der österreichischen Naturparke für den Erhalt von Streuobst-Kulturlandschaften. Eine Kombination aus Internetrecherche und Befragung der Naturparkverwaltungen zeigt, dass Streuobst in 26 der 47 österreichischen Naturparke eine landschaftsprägende Rolle spielt. Die Aktivitäten lassen sich sieben zentralen Handlungsfeldern zuordnen: Neupflanzung, Bildung und Bewusstseinsbildung, Veranstaltungen, Erhalt von Altbeständen, Arten- und Forschungsprojekte, Produkt- und Markenentwicklung sowie Sortenerfassung und -erhaltung.

Anhand ausgewählter Best-Practice-Beispiele wird die Bandbreite der Ansätze dargestellt. Sie reicht von der systematischen Kartierung und Bewertung von Streuobstbeständen im Naturpark Rosalia-Kogelberg über die Erfassung und Sicherung hochlagentauglicher Apfelsorten im Naturpark Ötscher-Tormäuer bis hin zu umfassenden Bildungsprojekten im Naturpark Pöllauer Tal. Das Projekt „Zwetschkenreich“ im Naturpark Attersee-Traunsee verbindet Sortenerhaltung, Bildung, Tourismus und regionale Wertschöpfung. Im Naturpark Zirbitzkogel-Grebenzen dokumentieren Sortenerhebungen eine außergewöhnlich hohe genetische Vielfalt. Untersuchungen im Naturpark Obst-Hügel-Land belegen zudem die hohe Bedeutung extensiv bewirtschafteter Streuobstwiesen für Wildbienen, Schmetterlinge und Schwebfliegen. Das „Gesäuse Saftl“ zeigt schließlich, wie regionale Produktentwicklung direkt zur Finanzierung von Landschaftspflegemaßnahmen beitragen kann.

Die Ergebnisse verdeutlichen, dass Naturparke aufgrund ihrer regionalen Netzwerke und ihres integrativen Managements wichtige Akteure für den Streuobsterhalt sind. Erfolgreiche Projekte verbinden Naturschutz mit Bildung, Beteiligung, regionaler Wertschöpfung und praktischer Bewirtschaftung. Dadurch entstehen konkrete Perspektiven, um die biologische Vielfalt, das kulturelle Erbe und die langfristige Nutzung österreichischer Streuobst-Kulturlandschaften zu sichern.

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