Landnutzungstrilemma zwischen Klimaschutz, Biodiversitätsverlust und Lebensmittelproduktion: Transformative regionale Lösungen für eine nachhaltige Landbewirtschaftung
(2) BOKU University, Institut für Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung, Feistmantelstraße 4, 1180 Wien
(3) BAB Project, Dietrichgasse 27, 1030 Wien
(4) RMW - Ingenieurbüro für Landschaftsplanung, Flatschacherstrasse 134/4/7, 9020 Klagenfurt
(5) JOANNEUM RESEARCH Forschungsgesellschaft mbH, LIFE – Institut für Klima, Energiesysteme & Gesellschaft, Waagner-Biro-Straße 100, 8020 Graz
Abstract
Nachhaltige Landnutzung ist zentral für Klimaschutz, Biodiversität und Landwirtschaft. Diese Ziele stehen jedoch oft im Konflikt, sodass der deutsche wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung für Globale Umweltveränderungen WBGU von einem „Landnutzungs-Trilemma“ spricht. Der Flächenbedarf politischer Maßnahmen und Zielvorgaben wie Österreichs Photovoltaik-Ausbau (11 TWh bis 2030) oder die EU-Wiederherstellungsverordnung zur Förderung der Biodiversität verschärft diese Zielkonflikte. Ökologische, wirtschaftliche und sozial verträgliche Lösungen erfordern integrative Ansätze und die Einbindung aller Interessensgruppen.
Das Projekt TriLand entwickelt kollaborative Lösungen für dieses Trilemma in alpinen Grünlandregionen auf Basis der Fallstudien-Regionen Biosphärenpark Wienerwald und Biosphärenpark Lungau. Ziel ist die Entwicklung nachhaltiger Landnutzungsstrategien unter Berücksichtigung von Stakeholder-Perspektiven. Die Einbindung von Akteur:innen aus Landwirtschaft, Grundeigentum, Gemeindeverwaltung, Regionalmanagement sowie Landesbehörden geschieht mittels eines transdisziplinären Ansatzes, in dem GIS, Modellierung, Walking Interviews und Serious Gaming kombiniert werden.
Im Vortrag werden erste Ergebnisse zur Auswahl wissenschaftlicher Indikatoren vorgestellt, welche alle Dimensionen des Trilemmas abbilden (Klimaschutz, Biodiversität und Landwirtschaft). Die folgende Einbindung in Co-Creation Prozesse durch das Erarbeiten eines gemeinsamen Problemverständnisses wird exemplarisch präsentiert. In weiterer Folge analysiert das Team mit Hilfe des bioökonomischen Modells FAMOS Zielkonflikte und Synergien zwischen Einkommen, Biodiversität und Klimaschutz für die regionalen Landwirt:innen, welche im Rahmen des Landscape.Labs mittels Serious Gaming diskutiert und evaluiert werden. Damit trägt TriLand dazu bei, nachhaltige Landnutzung durch partizipative und systemische Ansätze zu gestalten.
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