Extending ecological and conservation assessments with overlooked historical datasets/ Erweiterung ökologischer Analysen durch bislang übersehene historische Datensätze
Abstract
English: Extending ecological and conservation assessments with overlooked historical datasets
Overlooking historical ecological, social, and political changes can lead to misinterpretations of contemporary ecosystem processes, biased biodiversity assessments, and misguided conservation decisions. Yet scientific assessments are often shaped more by data availability than by the magnitude of past changes in landscapes, ecosystems, or species populations. In this contribution, we demonstrate how historical data—originally collected for purposes unrelated to environmental monitoring—can be harnessed to inform ecological research and conservation in regions lacking long-term monitoring. Drawing on examples from socio-ecological systems worldwide, with a focus on forest ecosystems and large mammals, we show how unexpected data sources can extend ecological baselines further into the past, reveal otherwise overlooked legacy effects, and improve conservation practice. We challenge the conservation community to integrate historical socio-ecological perspectives into future research and decision-making by making greater use of unconventional and frequently overlooked data sources.
Deutsch: Erweiterung ökologischer Analysen durch bislang übersehene historische Datensätze
Die Vernachlässigung historischer ökologischer, gesellschaftlicher und politischer Veränderungen kann zu Fehlinterpretationen gegenwärtiger Ökosystemprozesse, verzerrten Bewertungen der biologischen Vielfalt und fehlgeleiteten Naturschutzentscheidungen führen. Dennoch werden wissenschaftliche Bewertungen häufig stärker von der Datenverfügbarkeit geprägt als vom Ausmaß vergangener Veränderungen von Landschaften, Ökosystemen oder Artenpopulationen. In diesem Beitrag zeigen wir, wie historische Daten, die ursprünglich für andere Zwecke als die Erfassung von Umweltveränderungen erhoben wurden, für die ökologische Forschung und den Naturschutz in Regionen ohne langfristige Monitoringprogramme genutzt werden können. Anhand von Beispielen aus sozioökologischen Systemen weltweit, mit einem Schwerpunkt auf Waldökosystemen und Säugetieren, verdeutlichen wir, wie unerwartete Datenquellen dazu beitragen können, ökologische Referenzzeiträume weiter in die Vergangenheit auszudehnen, andernfalls übersehene Nachwirkungen historischer Prozesse aufzudecken und die Naturschutzpraxis zu verbessern. Wir rufen die Naturschutzgemeinschaft dazu auf, historische sozioökologische Perspektiven stärker in zukünftige Forschung und Entscheidungsprozesse einzubeziehen und dabei vermehrt auf unkonventionelle und häufig übersehene Datenquellen zurückzugreifen.
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