Ex-Post-Evaluierung: Wirkungen des LE-Programms 2014-2022 auf Biodiversität

Abstract ID: 3.97
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Weber, N. (1)
(1) Ressourcenmanagement-Weber (Ingenieurbüro), Flatschacherstrasse 134/4/7, Klagenfurt
How to cite: Weber, N.: Ex-Post-Evaluierung: Wirkungen des LE-Programms 2014-2022 auf Biodiversität, #TDB27-3.97
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Keywords: Evaluierung, LE-Programm, ÖPUL, Biodiversitätseffekte, Kulturlandschaft
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Die Ex-post-Evaluierung des LE-Programms 2014-2022 zeigt, dass das Programm einen relevanten Beitrag zum Erhalt der Biodiversität geleistet hat. Die Bewertung basierte auf einem Mixed-Methods-Ansatz aus quantitativen Verwaltungs- und Geodatenanalysen, kontrafaktischen Vergleichen in Kombination mit DiD-Ansätzen zu strukturellen Biodiversitätsindikatoren, sowie vertiefenden Untersuchungen zu Vögeln, Tagfaltern, Heuschrecken und Wildbienen. Die Ergebnisse zeigen, dass das ÖPUL für den Biodiversitätserhalt besonders relevant war. Durch eine hohe Flächenwirkung insbesondere der ÖPUL-Vorhabensart (VHA) „Umweltgerechte und biodiversitätsfördernde Bewirtschaftung“ (UBB) wurde im Ackerland durch die Anlage von Biodiversitätsflächen und die Erhaltungsverpflichtung punktförmiger Landschaftselemente, eine positive Wirkung auf Indikatorarten und strukturelle Biodiversitätsindikatoren erzielt. Im Grünland trug die VHA UBB zur Erhaltung extensiver Grünlandflächen bei. Stärkere Wirkungen wurden bei gezielten ÖPUL-Naturschutzauflagen festgestellt (ÖPUL VHA: „Naturschutz“), die regional angepasste Bewirtschaftungsauflagen umsetzten und insbesondere in wertvollen Lebensräumen positive Effekte auf verschiedene Artengruppen erzielten. Auch die Ausgleichszulage trug indirekt zum Biodiversitätserhalt bei, indem sie eine extensive landwirtschaftliche Nutzung und damit die Erhaltung von extensivem Grünland-, Weide- und Almflächen stabilisierte. Der LE-Projektnaturschutz ergänzte die flächenbezogenen Maßnahmen des ÖPUL und der Ausgleichszulage durch Naturschutzprojekte und entfaltete insbesondere im Arten- und Lebensraumschutz sowie in Natura-2000- und Europaschutzgebieten eine hohe Gesamtwirkung, auch wenn direkte flächenwirksame Effekte nur einen vergleichsweise kleinen Teil der eingesetzten Mittel ausmachten.

Insgesamt zeigte die Evaluierung jedoch auch, dass die LE-Maßnahmen übergeordnete Entwicklungen der Landwirtschaft, wie Intensivierung der Landnutzung, Nutzungsaufgabe und Strukturwandel und den fortschreitenden Biodiversitätsverlust in Österreich, insgesamt nicht aufhalten konnten. Für die zukünftigen LE-Förderung werden daher stärker standort- und zielartenspezifische Maßnahmen, ein höherer Anteil an extensiver Grünlandbewirtschaftung, eine qualitative Verbesserung von Biodiversitätsflächen sowie einen höheren Anteil an flächenwirksamen Naturschutzprojekten und ein verbessertes Monitoring empfohlen.

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