Einfluss einer Erhöhung der Pflanzenartenvielfalt und reduzierter Nutzungstermine im Kleegras auf Blütenressourcen und Blütenbesucher
(2) Sophie Henninger, Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft, Institut für Agrarökologie und Biologischen Landbau, Lange Point 12, 85354 Freising, Deutschland
(3) Chantal Syrovy, INRES, Agrarökologie und Organischer Landbau, Universität Bonn, Auf dem Hügel 6, 53121 Bonn, Deutschland
(4) Peer Urbatzka, Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft, Institut für Agrarökologie und Biologischen Landbau, Lange Point 12, 85354 Freising, Deutschland
(5) Thomas Döring, INRES, Agrarökologie und Organischer Landbau, Universität Bonn, Auf dem Hügel 6, 53121 Bonn, Deutschland; St Andrews University, School of Biology, Centre for Biological Diversity, Greenside Place, St Andrews, Fife, KY16 9TH, UK
Abstract
Kleegras im ökologischen Landbau wird primär zur Nährstoffversorgung und Bodenverbesserung angebaut und kann zudem unterschiedliche Ökosystemleistungen erbringen. Ziel dieser Untersuchung war es, den Einfluss verschiedener Schnitt- und/oder Mulchregime (Nutzung) sowie erhöhter Pflanzenvielfalt in Kleegras-Gemengen auf Blütenressourcen sowie Blütenbesucher zu erfassen. Dazu wurden Untersuchungen in Exaktversuchen und auf Praxisflächen in Nordrhein-Westfalen und in Bayern durchgeführt. Die Auswertung der 3-4-wöchigen Erhebungen der Blütenressourcen im Exaktversuch ergaben eine signifikante Wechselwirkung zwischen Mischung und Nutzungsregime. Die Gesamt-Blütenanzahl für die einzelnen Monate zeigte deutliche Unterschiede. Generell waren die Leguminosenblüten durch deren bessere Etablierung deutlich zahlreicher als die der Kräuter; es gab ein hohes Blütenangebot im Frühjahr vor allem im April und Mai. Bei der Bestäuberbeobachtung wurden an Inkarnat-, Rot- und Gelbklee sowie an Kornblumenblüten Besucher erfasst, wobei sich im Frühjahr eine Präferenz für den Inkarnatklee zeigte. Auf den Praxisflächen wurden sowohl bei der Bestäuberbeobachtung als auch bei den Kescherfängen signifikant mehr Bestäuber in der pflanzenartenreicheren Kleegrasmischung im Vergleich zur Referenzmischung festgestellt. Zwischen Bestäubern und Blütenanzahlen zeigte sich ein positiver Zusammenhang. Sowohl Insektenbeobachtungen als auch die Ergebnisse der Kescherfänge unterstrichen die Bedeutsamkeit des Vorhandenseins von Inkarnatklee in der Mischung, außerdem stellt er durch seine niedrigen Saatgutkosten einen ökonomisch tragfähigen Mischungspartner dar, der sich zur Diversifizierung von Kleegrasgemengen eignet.
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