Ein Fluss, eine Methode: Monitoring von Makroinvertebraten mittels (e)DNA‑Metabarcoding im grenzüberschreitenden Fluss Drau/Drava
Abstract
Globaler Wandel und eine intensive Nutzung von Süßwasser verändern Flussökosysteme im alpinen Raum. Dennoch fehlt es der derzeitigen Überwachung häufig an der nötigen räumlichen Auflösung und zeitlichen Frequenz für ein rechtzeitiges Management. ZDrauA, ein Interreg-Projekt Slowenien–Österreich, befasst sich mit den Anwendungsmöglichkeiten molekularer Methoden im grenzüberschreitenden Einzugsgebiet der Drau/Drava. Im Projekt bündeln wir bestehende Leitlinien, Best Practices und Standards und schlagen Protokolle vor, die die Erfassung von Makroinvertebraten mit regionalem Fokus ermöglichen. Zur Unterstützung der Umsetzung der Methoden adressiert eine Stakeholder-Befragung den Einsatz molekularer Verfahren sowie die Bedürfnisse regionaler Behörden und Labore. Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Mehrheit der 26 Teilnehmenden auf Indikatoren des ökologischen Zustands konzentriert und einen Bedarf an praktischen Protokollen sowie an der regulatorischen Integration der Methoden äußert; zudem besteht der Wunsch nach Zusammenarbeit mit Forschungspartnern. Eine In-silico-Analyse zu verfügbaren Referenzsequenzen von Makroinvertebraten und Primern wurde durchgeführt. Die Analysen deuten darauf hin, dass das Metabarcoding von Drau/Drava-Proben bis zu 90,7 % von 497 Zieltaxa, die aus amtlichen Bewertungsverfahren bekannt sind, nachweisen und unterscheiden kann. Zugleich wird deutlich, dass bestimmte Taxa verfeinerte Marker oder ergänzende Methoden erfordern. Um die Ergebnisse mit empirischen Daten zu untermauern, werden Sammelproben sowie der Einsatz kommerzieller und maßgeschneiderter Filtersysteme zur eDNA-Erfassung an repräsentativen Standorten des Einzugsgebiets pilotiert. In Österreich werden neun Standorte analysiert, in Slowenien zwölf. Die Ergebnisse werden gemeinsam mit bereits vorhandenen Daten in der ZDrauA-Sequenzdatenbank geteilt, um den Datenaustausch, die Verfügbarkeit und die Interpretation in beiden Ländern zu fördern. Durch die Bereitstellung von Referenzdaten für regionale und nationale Informationsinfrastrukturen sowie die Verfeinerung der Analyseprotokolle ermöglicht ZDrauA zeitnähere Bewertungen von Süßgewässern und stärkt die grenzüberschreitende Zusammenarbeit.
If this happens again, please get in touch with us.