„Alte Tiroler Getreidesorten“ – ein Projekt der Tiroler Umweltanwaltschaft

Abstract ID: 3.151
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Suchy, S. (1)
Kostenzer, J. (1)
(1) Tiroler Umweltanwaltschaft, Meranerstraße 5/III. Stock, A-6020 Innsbruck
How to cite: Suchy, S.; Kostenzer, J.: "Alte Tiroler Getreidesorten" - ein Projekt der Tiroler Umweltanwaltschaft, #TDB27-3.151
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Keywords: Getreide, Landsorten, Naturschutz, regionale Lebensmittel
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Das Projekt „Alte Tiroler Getreidesorten“ wurde vor rund 20 Jahren ins Leben gerufen, um Tiroler Bio-Betriebe bei der In-situ-Erhaltung ausgewählter, seltener Getreidesorten zu unterstützen. Die Betriebe werden bei der Saatgutbeschaffung unterstützt und erhalten eine Aufwandsentschädigung für Minderertrag und Mehraufwand. Zudem findet jährlich eine Vernetzungs- und Fortbildungsveranstaltung statt. An dem Projekt nehmen rund 25 Betriebe teil, die auf etwa 35 Feldstücken mit einer Gesamtfläche von ca. 20 Hektar Getreidelandsorten anbauen. Eine wichtige Projektpartnerin in Bezug auf Saatgut und Anbau ist die Tiroler Genbank.

Mit der Initiative „Alte Tiroler Getreidesorten“ soll dem Rückgang der Biodiversität entgegengewirkt und ein Anreiz geschaffen werden, Getreide wieder vermehrt im Berggebiet anzubauen. Denn die Getreideäcker bereichern die biologische Vielfalt in vielerlei Hinsicht: Sie erhöhen die Lebensraum- und Artenvielfalt (Ackerwildkräuter und Feldvögel), die genetische Diversität (Anpassungsfähigkeit in Zeiten des Klimawandels) und sind für die Vielfalt der Funktionen und Prozesse von Bedeutung (Fruchtfolge und Bodengesundheit).

Neben der Stärkung der Biodiversität ist es unser Ziel, durch den Anbau einen Mehrwert für Bio-Betriebe und Konsument:innen in Form von regionalen Produkten zu generieren. Nahezu alle teilnehmenden Betriebe bauen für den Eigengebrauch an und vermarkten ihr Getreide ab Hof. Mit jährlich aktualisierten Direktvermarkter-Listen und dem Qualitätssiegel „Dieses Lebensmittel stärkt die Vielfalt“ soll auf die Produkte aufmerksam gemacht werden.

Es soll über die Bedeutung dieses kleinen, langfristigen Projekts und seine ergänzende Rolle zum bestehenden ÖPUL-Programm diskutiert werden.

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