Von der Speisekarte zur Biodiversität: 13 Jahre Green Events Tirol als Lernfeld für nachhaltige Ernährung
Abstract
Ernährungsentscheidungen beeinflussen Landwirtschaft, Flächennutzung und Biodiversität unmittelbar. Gleichzeitig zeigen Erfahrungen aus der Praxis, dass Veränderungen hin zu regionaler, saisonaler und stärker pflanzenbasierter Verpflegung häufig auf Vorbehalte, Routinen und unterschiedliche Interessenlagen treffen.
Der Beitrag präsentiert Erkenntnisse aus 13 Jahren Green Events Tirol. In der Beratung von Veranstalter:innen, Tourismusbetrieben, Gemeinden und weiteren Partnern wurden zahlreiche Maßnahmen zur nachhaltigen Verpflegung entwickelt, umgesetzt und evaluiert. Daraus ergibt sich ein umfassendes Praxisbild darüber, welche Ansätze Veränderungen fördern und wo Widerstände entstehen.
Im Fokus steht die Frage, wie Beratung, Sensibilisierung und Veranschaulichung gestaltet werden müssen, um ein Umdenken bei Entscheidungsträger:innen, Betrieben sowie Bäuerinnen und Bauern zu unterstützen. Anhand konkreter Beispiele wird gezeigt, welche Argumente und Zugänge Akzeptanz schaffen, wie Zusammenhänge zwischen Ernährung, Regionalität und Biodiversität vermittelt werden können und welche Herausforderungen insbesondere bei der Reduktion tierischer Produkte auftreten.
Die Erfahrungen zeigen, dass Veränderungen vor allem dann gelingen, wenn nachhaltige Ernährung nicht als Verzichtsthema kommuniziert wird, sondern mit Genuss, Qualität, regionaler Wertschöpfung, Tradition und positiven Zukunftsperspektiven verbunden wird. Besonders wirksam sind praxisnahe Beispiele, die Sichtbarmachung regionaler Wertschöpfungsketten, der direkte Austausch mit Produzent:innen sowie konkrete Handlungsmöglichkeiten für Betriebe und Veranstalter:innen.
Der Beitrag liefert damit ein praxisbasiertes Stimmungsbild aus Tirol und zeigt auf, welche Strategien geeignet sind, nachhaltige Ernährungsentscheidungen in Veranstaltungen, Tourismus und regionalen Entwicklungsprozessen zu fördern.
If this happens again, please get in touch with us.