Baumschläfer & Co – Verbreitung, Erforschung und Schutz von seltenen kleinen Säugetieren

Abstract ID: 3.195
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Resch, C. (1)
Resch, S. (1); Tester, R. (2); and Ladurner, E. (3)
(1) apodemus-Privates Institut für Wildtierbiologie, Marktstraße 51, 8967 Haus im Ennstal, Österreich
(2) Pro Bilche, Urs Graf Strasse 13, 4052 Basel, Schweiz
(3) Naturmuseum Südtirol, Bindergasse 1, 39100 Bozen, Italien
How to cite: Resch, C.; Resch, S.; Tester, R.; and Ladurner, E.: Baumschläfer & Co – Verbreitung, Erforschung und Schutz von seltenen kleinen Säugetieren, #TDB27-3.195
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Keywords: Bilche, Lebensraumansprüche, Nahrungsspektrum, Konkurrenz
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Abstract
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Der Baumschläfer (Dryomys nitedula) gehört zu den wenig bekannten Säugetierarten des Alpenraums, die nachtaktive, arborikole Lebensweise macht seine Erforschung sehr schwierig. Im Dreiländereck der Terra Raetica, dem Grenzgebiet zwischen Schweiz, Österreich und Italien, erreicht er seine westlichste Verbreitung. In diesem Gebiet kam es 2021 zu einem länderübergreifenden Projekt, in welchem verschiedene Methoden zu Nachweis und Monitoring der Art getestet wurden. Aufbauend darauf verfolgt das aktuelle Interreg VI Italien-Österreich CLLD Terra Raetica Projekt „Baumschläfer & Co“ seit 2024 das Ziel, die Kenntnisse über Verbreitung und Biologie des Baumschläfers und der anderen heimischen Bilcharten zu erweitern. Die Forschungsarbeiten befassen sich mit Lebensraumnutzung, Verhalten, Fortpflanzung und Ernährung des Bilchs. Auch sympatrische Vorkommen mit anderen arborikolen Kleinsäuger-Arten und mögliche resultierende Konkurrenzphänomene stehen im Fokus. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen dazu beitragen, gezielte Schutzmaßnahmen zu entwickeln.

In den 3 Ländern kommen insgesamt 240 Nisthilfen (Holzkästen, Holzbetonkästen), 18 Fotofallen und 2 Wärmebildkameras zum Einsatz. Die Nisthilfen erlauben das Sammeln von Daten zur Populationsbiologie. Die Kotproben aus den Nisthilfen liefern durch Metabarcoding Kenntnisse zum Nahrungsspektrum. Fotofallen und Wärmebildkameras geben Einblicke in das Verhalten. Parallel zur Forschung wird durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit die Bevölkerung in die Suche nach Bilchen einbezogen, um zusätzliche Beobachtungen und neue Verbreitungsdaten zu gewinnen.

Es werden erste Ergebnisse zu bislang wenig bekannten Aspekten der Biologie und Lebensraumnutzung des Baumschläfers aus dem noch bis April 2027 laufenden Projekt vorgestellt: Der Baumschläfer ist an seiner westlichen Verbreitungsgrenze selten. Dennoch konnten im Zuge der Arbeiten einzelne neue Nachweise im Gebiet erbracht werden. Die Art nutzt verschiedenste Lebensräume in unterschiedlichen Höhenlagen, von Grauerlenbruchwäldern bis hin zu subalpinen Nadelwäldern. Die Nahrungsanalysen deuten darauf hin, dass sich die Ernährungsweise von Baum- und Gartenschläfer unterscheidet und für den Baumschläfer tierische Kost von großer Bedeutung ist.

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