Ertrags- und Resilienzeffekte einer biodiversitätsfördernden Bewirtschaftung: Erkenntnisse aus dem DOK-Feldversuch
(2) FiBL Schweiz, Ackerstrasse 113, 5070 Frick, Switzerland
Abstract
Die Art der landwirtschaftlichen Nutzung hat einen grossen Einfluss auf die ober- und unter-irdische Biodiversität. In der Biologischen Landwirtschaft profitieren Organismen üblicherweise von diverseren Fruchtfolgen, geringerem Ressourceneinsatz und teilweise bodenschonenderen Bearbeitungsmethoden. Gleichzeitig kann der reduzierte Produktionsmittelensatz zu kleineren und variableren Erträgen führen.
Ziel unserer Arbeit war es, den Zusammenhang zwischen Düngungsintensität, Pflanzenschutzmassnahmen und klimatischen Bedingungen einerseits sowie Ertragsniveau und -stabilität andererseits in biologischen und konventionellen Anbausystemen zu untersuchen. Dafür analysierten wir Daten aus dem 1978 etablierten DOK-Versuch (Therwil, Schweiz), in dem Bio-Dynamische, Bio-Organische, sowie Konventionelle Anbausysteme auf zwei Düngungsstufen systematisch untersucht werden. Wir nutzten jährliche Ertragsdaten aus der 7-jährigen Fruchtfolge, Informationen zu Düngungsintensitäten und Pflanzenschutzmassnahmen sowie klimatologische Daten zur Ableitung phänologischer Entwicklungsstadien und kulturspezifischer Stressperioden wie Hitze oder Dürre. Relevante Düngungs-, Pflanzenschutz- und Klimavariablen wurden mittels multivariater Modellierung identifiziert und auf deren Zusammenhang mit Ertragsniveau und -stabilität sowie auf mögliche Wechselwirkungen zwischen Bewirtschaftung und Klima geprüft.
Vorläufige Ergebnisse zeigen einen positiven Zusammenhang zwischen Ertragsniveau und Düngungsintensität, insbesondere mineralischen Stickstoffeinträgen. Diese sind in den beiden Biosystemen deutlich geringer ausgeprägt sind als in den konventionellen Systemen. Geringere Stickstoffeinträge wirken sich üblicherweise positiv auf die Biodiversität aus, reduziert die Ertragsniveaus sowie -stabilität jedoch deutlich. Der Zusammenhang zwischen Pflanzenschutz und Ertragsniveau war dagegen kultur- und massnahmenspezifisch. Starke Wechselwirkungen zwischen Pflanzenschutzmassnahmen und klimatischen Bedingungen unterstreichen hingegen die Bedeutung des Pflanzenschutzes für die Ertragsstabilität – ein wichtiger Aspekt für die Einschätzung der Klimaresilienz biologischer Systeme.
Die Ergebnisse unserer Studie werden im Zusammenhang mit aktuellen Ergebnissen aus dem DOK-Versuch zur Entwicklung diverser Biodiversitätsindikatoren vorgestellt.
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