Hoch singen und fliegen: Verändern sich alpine Heuschrecken- und Tagfaltergemeinschaften?
(2) University of Innsbruck, Department of Ecology, Sternwartestaße 15, 6020, Innsbruck, Austria
Abstract
Alpine Lebensräume beherbergen zahlreiche endemische und hoch spezialisierte Arten und sind besonders stark vom Klimawandel betroffen. Während klimabedingte Veränderungen bei Gefäßpflanzen bereits global dokumentiert sind, ist über die Reaktionen alpiner Insektengemeinschaften bislang wenig bekannt.
Heuschrecken und Tagfalter reagieren sensibel auf Veränderungen der Landnutzung, der Vegetationsstruktur und des Mikroklimas. Damit zählen sie zu den wichtigsten Bioindikatoren europäischer Grünlandökosysteme und sind Bestandteil zahlreicher langfristiger Biodiversitätsmonitorings. Im Rahmen des Biodiversitätsmonitorings Südtirol (BMS) werden beide Artengruppen nach standardisierten Protokollen auch in alpinen Lebensräume erhoben.
In diesem Beitrag präsentieren wir erste Ergebnisse von 54 Untersuchungsflächen, die von subalpinem Grünland bis zur Verbreitungsgrenze dieser Tiergruppen i der subnivalen Stufe reichen. Wir untersuchen, wie sich Artenvielfalt und Gemeinschaftszusammensetzung zwischen verschiedenen alpinen Lebensräumen unterscheiden und wie sich diese Gemeinschaften im Verlauf der bisherigen Erhebungen verändert haben. Der einzigartige Datensatz erlaubt eine gemeinsame Analyse der kurzfristigen Dynamik von Tagfalter- und Heuschreckengemeinschaften entlang eines breiten alpinen Höhengradienten. Damit gehen wir der Frage nach, ob sich bereits nach fünf Jahre messbare Veränderungen der Insektenbiodiversität in diesen besonders sensiblen Ökosystemen erkennen lassen.
If this happens again, please get in touch with us.