Einfluss von Totholz und Überschirmungsgrad auf Wildbienenabundanz und -vielfalt in traditionellen Agroforstsystemen Norditaliens

Abstract ID: 3.139
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Lütkehermöller, N. (1,2)
Klebl, F. (2); Vitangeli, V. (2); Egarter Vigl, L. (2); Anderle, M. (2); Plieninger, T. (1); and Haß, A. (1)
(1) Georg-August-Universität Göttingen, Fakultät für Biologie und Psychologie, Department of Conservation Biology, Bürgerstrasse 50, 37073 Göttingen, Deutschland
(1) Eurac Research, Institute for Alpine Environment, Viale Druso Drususallee 1, 39100 Bozen, Trentino-Alto Adige, Italy
How to cite: Lütkehermöller, N.; Klebl, F.; Vitangeli, V.; Egarter Vigl, L.; Anderle, M.; Plieninger, T.; and Haß, A.: Einfluss von Totholz und Überschirmungsgrad auf Wildbienenabundanz und -vielfalt in traditionellen Agroforstsystemen Norditaliens, #TDB27-3.139
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Keywords: Wildbienen, Traditionelle Agroforstsysteme, Streuobstwiesen, Totholz, Überschirmungsgrad
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Traditionelle Agroforstsysteme (TAS), wie zum Beispiel Streuobstwiesen, sind bekannt für ihr Potenzial der Bereitstellung wichtiger Habitate für Wildbienen in landwirtschaftlich geprägten Landschaften, da sie im Vergleich zu den derzeit weiter verbreiteten, intensiv bewirtschafteten Systemen in der Regel über ein größeres Angebot an Blüten- und Nistressourcen verfügen. Dennoch gibt es bisher nur wenige Studien, in denen verschiedene TAS, ihre spezifischen strukturellen Merkmale und ihre Zusammenhänge mit der Wildbienenvielfalt verglichen werden. Um diese Forschungslücke zu schließen, untersucht diese Studie den Zusammenhang zwischen Totholzvolumen, Überschirmungsgrad sowie der Abundanz und der Artenvielfalt von Wildbienen in zwei traditionellen Agroforstsystemen: Streuobstwiesen im Vinschgau (Südtirol) und extensive Kirschplantagen in der Provinz Verona (Italien). Die Wildbienen wurden mithilfe von Farbschalen und Netzfängen an 13 Standorten im Vinschgau in drei Erhebungsrunden sowie an 12 Standorten in Verona in vier Erhebungsrunden erfasst. Im Vinschgau bestand ein signifikanter positiver Zusammenhang zwischen dem Totholzvolumen und der Wildbienenabundanz sowie dem Artenreichtum, während der Überschirmungsgrad positiv mit der Wildbienenabundanz korrelierte. Im Gegensatz dazu zeigte sich in Verona bei keiner der beiden Variablen ein signifikanter Zusammenhang mit der Wildbienenabundanz oder dem Artenreichtum. Diese gegensätzlichen Muster könnten auf Unterschiede bei anderen strukturellen Merkmalen der Obstgärten, im landschaftlichen Kontext und/oder in der Erhebungsmethodik zwischen den beiden TAS zurückzuführen sein. Insgesamt deuten die Ergebnisse darauf hin, dass die Ausprägung baumbezogener struktureller Merkmale, insbesondere Totholz und Überschirmungsgrad, eine Rolle bei der Prägung von Wildbienen-Gemeinschaften spielen könnte, auch wenn die Zusammenhänge zwischen den verschiedenen Agroforstsystemen variieren können. Dies unterstreicht die Bedeutung der Erhaltung struktureller Heterogenität in TAS und liefert nützliche Informationen für Landwirte und Naturschützer, die die Vielfalt der Bestäuber fördern möchten. 

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