Alpine Regenwurmdiversität im Zeitvergleich: Eine Wiederholungsuntersuchung nach zwei Jahren
(2) BOKU University, Institut für Meteorologie und Klimatologie, Gregor-Mendel-Straße 33, 1180 Wien
Abstract
Alpines Grünland stellt einen besonderen Lebensraum für Regenwürmer dar, dessen Qualität durch Höhenlage, Klima, Bodeneigenschaften und Nutzungsintensität stark variieren kann. Pedologische und klimatische Gradienten prägen dabei nicht nur die oberirdische Vegetation, sondern auch die unterirdische Fauna. Steinige, flachgründige Böden, kurze Vegetationsperioden und niedrige Temperaturen oberhalb der Baumgrenze können die Besiedlung durch Regenwürmer begrenzen, während Talstandorte zunehmend von sommerlicher Trockenheit betroffen sein können.
Im Rahmen eines umfassenderen Forschungsprojekts wurden im Jahr 2026 Regenwurmgemeinschaften auf 30 alpinen Grünlandflächen und Almen erneut untersucht, nachdem dieselben Flächen bereits 20 S24 erstmalig beprobt worden waren. Die Untersuchungsflächen liegen zwischen 500 und 2400 m ü. M. und unterscheiden sich dementsprechend in Höhenlage, Standortbedingungen und Nutzungsintensität. Die Beprobung erfolgte in beiden Jahren einmalig mittels Handauslese auspatenproben. Die Daten aus dem Jahr 2026 werden mit den bestehenden Ergebnissen aus 2024 verglichen, um zu prüfen, inwieweit Muster der Regenwurmdichte, Artenzusammensetzung und ökologischen Gruppen entlang des Höhengradienten reproduzierbar sind.
Die Erhebung von 2024 zeigte, dass Regenwurmdichten mit zunehmender Höhenlage abnahmen und höher gelegene Flächen überwiegend von streuschichtbewohnenden Arten dominiert wurden. Im Jahresvergleich stellt sich daher die Frage, ob diese Muster auch in der Wiederholungsbeprobung beobachtet werden können und in welchem Maß Unterschiede zwischen den Jahren auf unterschiedlichen Niederschlagsbedingungen, basieren. Zugleich ermöglicht der Vergleich eine Einschätzung, wie aussagekräftig einmalige Beprobungen für die Charakterisierung alpiner Regenwurmgemeinschaften sind.
Für eine fundierte Bewertung der Auswirkungen des globalen Wandels auf die Regenwurmdiversität in alpinen Grünlandökosystemen sind jedoch langfristige Zeitreihen und systematische Monitoringprogramme erforderlich, die in Österreich bislang weitgehend fehlen. Die Wiederholungsbeprobung der 30 Flächen stellt daher einen ersten Schritt dar, um die Variabilität alpiner Regenwurmgemeinschaften besser einzuordnen und Grundlagen für ein langfristiges Monitoring der Bodenfauna zu schaffen.
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