Pflanzendiversifizierung als biologische Pflanzenschutzmaßnahme gegen einen bodenbürtigen Schädling im Kartoffel- und Maisanbau

Abstract ID: 3.104
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Brunner, M. (1)
Rennstam Rubbmark, O. (1); Zottele, M. (2); Fuchs, K. (3); and Traugott, M. (1)
(1) University of Innsbruck, Institut für Zoologie, Angewandte Tierökologie, Technikerstraße 25, 6020 Innsbruck, Österreich
(2) Universität Innsbruck, Institut für Mikrobiologie, Technikerstraße 25, 6020 Innsbruck, Österreich
(3) Bioforschung Austria, Eßlinger Hauptstraße 132/134, 1220 Wien, Österreich
How to cite: Brunner, M.; Rennstam Rubbmark, O.; Zottele, M.; Fuchs, K.; and Traugott, M.: Pflanzendiversifizierung als biologische Pflanzenschutzmaßnahme gegen einen bodenbürtigen Schädling im Kartoffel- und Maisanbau, #TDB27-3.104
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Keywords: natürliche Schädlingskontrolle, Pflanzendiversifizierung, funktionale Agrobiodiversität, Drahtwürmer, Metarhizium brunneum
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Abstract
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Die Erhöhung der Artenvielfalt durch Pflanzendiversifizierungsmaßnahmen wie Zwischenfrüchte, Untersaaten und Lockpflanzen sind in der natürlichen Schädlingskontrolle bekannte Maßnahmen, um Schädlinge zu regulieren, die Biodiversität zu fördern und den Boden vor Erosion zu schützen. Während diese Mechanismen für oberirdische Schädlinge weitgehend erforscht sind, fehlen bislang praxistaugliche Konzepte für bodenbürtige Schädlinge in Reihenkulturen wie Mais und Kartoffeln.

In Feldstudien auf biologisch bewirtschafteten Flächen in Tirol und Niederösterreich sowie in ergänzenden Gewächshausversuchen wurde untersucht, inwieweit eine Pflanzendiversifizierung in Kombination mit dem entomopathogenen Pilz Metarhizium brunneum (EPF) zur biologischen Kontrolle von Drahtwürmern (Larven von Schnellkäfern, Agriotes spp.) beitragen kann.

Molekulare Darminhaltsanalysen identifizierten Buchweizen (Fagopyrum esculentum) und Ölrettich (Raphanus sativus) als bevorzugte Nahrung der Drahtwürmer. Zudem zeigten Buchweizen und Weizen die beste Eignung für eine endophytische Kolonisierung durch M. brunneum. In Praxisversuchen lenkten Lockpflanzenmischungen Drahtwürmer erfolgreich von Mais ab während eine kombinierte Anwendung von Lockpflanzen und M. brunneum in Kartoffeln die Drahtwurmdichten um 50,8 % und die Fraßschäden um 42,5 % reduzierte.

Die Ergebnisse zeigen, dass Pflanzendiversifizierung in Kombination mit EPF ein effizientes, agroökologisches Instrument zur Regulierung unterirdischer Schädlinge darstellen kann. Die positive Interaktion zwischen M. brunneum und ausgewählten Wirtspflanzen wie Buchweizen, sowie der bevorzugter Verzehr von Buchweizen durch Drahtwurmlarven, verdeutlichen das Potenzial gezielter Diversifizierungsstrategien für den biologischen Pflanzenschutz. Über den Pflanzenschutz hinaus bietet Buchweizen einen Mehrwerte für Insekten wie z.B. Bestäuber und Parasitoide. Eine Zwischenreihenbegrünung fördert den Erosionsschutz weshalb eine Integration von Lockpflanzen als Pflanzendiversifizierung in Reihenkulturen zusätzlichen Nutzen bringt.

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