BAUMINSELN- Schutz, Entwicklung und Wiederherstellung von Bauminseln
(2) Umweltbundesamt, Drorygasse 1/1, 1030 Wien
Abstract
Rund ein Drittel der österreichischen Landesfläche wird landwirtschaftlich genutzt und prägt somit maßgeblich die Kulturlandschaft. Für den Erhalt der Biodiversität spielen dabei insbesondere jene Landschaftselemente eine zentrale Rolle, die außerhalb der intensiv genutzten Flächen liegen, wie Hecken, Tümpel, Trockensteinmauern oder Bauminseln. Deren Schutz, Entwicklung und Wiederherstellung sind wesentliche Ziele nationaler und internationaler Strategien, darunter die Österreichische Biodiversitätsstrategie, der GAP-Strategieplan 2023–2027 sowie das geplante EU Nature Restoration Law.
Das Projekt „BAUMINSELN – Schutz, Entwicklung und Wiederherstellung von Bauminseln zur Lebensraumvernetzung in der Agrarlandschaft“ verfolgt das Ziel, die Biodiversität in Agrarlandschaften durch den Aufbau regionaler Kooperationsstrukturen zu fördern. In fünf Modellregionen in fünf Bundesländern werden nach einem Bottom-up-Ansatz Netzwerke eingerichtet, um gemeinsam regionale Maßnahmen zur Verbesserung von Lebensräumen und deren Vernetzung zu entwickeln. Im Fokus stehen Bauminseln, die wertvolle Lebensräume darstellen und insbesondere für waldgebundene Arten eine wichtige Funktion als Trittsteine im Biotopverbund übernehmen.
Mithilfe bestehender Datengrundlagen und Fernerkundungsdaten werden Bauminseln erfasst und digitalisiert. Anschließend werden bis zu 50 Bauminseln pro Modellregion hinsichtlich biodiversitätsrelevanter Strukturmerkmale sowie potenzieller Belastungsfaktoren untersucht. Ergänzend erfolgen vegetationsökologische und entomologische Erhebungen, um die ökologische Qualität und Konnektivität der Bauminseln zu bewerten. GIS-gestützte Modellierungen ermöglichen darüber hinaus eine Analyse ihrer Vernetzungsfunktion im Landschaftskontext.
Zur Beurteilung der Bodengesundheit werden an ausgewählten Bauminseln und Referenzflächen Bodenproben entnommen und mittels eDNA-Metabarcoding analysiert. Mikroklimatische Messungen liefern Erkenntnisse über die Bedeutung von Bauminseln als klimatische Rückzugsräume und ermöglichen die Ableitung von Mindestgrößen für wirksame Kühlungseffekte. Die integrative Auswertung aller Untersuchungen erlaubt eine umfassende naturschutzfachliche Bewertung verschiedener Bauminseln.
Auf Basis der Ergebnisse werden gemeinsam mit den Projektpartner:innen regionale Maßnahmenempfehlungen entwickelt sowie potenzielle Standorte für neue Bauminseln identifiziert. Die Anlage einer Bauminsel mit heimischen Baumarten in einer Modellregion dient als Demonstrationsmaßnahme. Durch Praxisseminare und den sektorübergreifenden Austausch entsteht schließlich eine nationale Strategie zur Förderung von Bauminseln, die einen nachhaltigen Beitrag zur Biodiversität und Lebensraumvernetzung in Österreich leistet.
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