Vielfalt in Streuobstwiesen verstehen: Der Einfluss von Landschaftsstruktur und Habitateigenschaften auf Fledermäuse, Vögel und Insekten
(2) BOKU University, Department für Ökosystemmanagement, Klima und Biodiversität, Institut für Wildbiologie und Jagdwirtschaft, Gregor-Mendel-Strasse 33, 1180 Wien, Austria
(3) BOKU University, Department für Ökosystemmanagement, Klima und Biodiversität, Institut für Geomatik, Peter-Jordan Strasse 82, 1190 Wien, Austria
(4) Ingenieurbüro für Kulturtechnik und Wasserwirtschaft, Tobaj 59, 7544 Tobaj, Austria
(5) Höhere Bundeslehranstalt und Bundesamt für Wein- und Obstbau, Wiener Straße 74, 3400 Klosterneuburg, Austria
(6) Freiberuflich, Planötzenhofstraße 19/10, 6020 Innsbruck, Austria
(7) Koordinationsstelle für Fledermausschutz und -forschung in Österreich, Fritz-Störk-Straße 13, 4060 Leonding, Austria
(8) Schweizerische Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL), Zürcherstrasse 111, 8903 Birmensdorf, Switzerland
Abstract
Der Verlust der biologischen Vielfalt steht in engem Zusammenhang mit menschlichen Aktivitäten, insbesondere mit der Intensivierung der Landwirtschaft, aber auch mit der Aufgabe traditioneller Nutzungsformen. So sind artenreiche Lebensräume wie Streuobstwiesen in den letzten Jahrzehnten stark in ihrer räumlichen Ausdehnung und Habitatqualität zurückgegangen. Diese traditionell extensiv bewirtschafteten Grünlandflächen mit großkronigen Obstbäumen verschiedener Arten und hoher Altersheterogenität bieten wichtige Habitate für zahlreiche Organismen. Der Rückgang kann biodiversitätsbasierte Ökosystemdienstleistungen beeinträchtigen, die auch für die landwirtschaftliche Produktion essenziell sind. Ziel dieser Studie ist es, die ökologische Resonanz von Wildbienen, Tagfaltern, Heuschrecken, Vögeln und Fledermäusen auf Veränderungen in der Landschafts- und Streuobstwiesenstruktur zu identifizieren.
Im Rahmen dieser Studie wurden im Jahr 2024 in 46 über ganz Österreich verteilten Landschaftsausschnitten umfangreiche Biodiversitätserhebungen ausgewählter Indikatororganismen in Streuobstbeständen durchgeführt. Die Insektengruppen wurden semi-quantitativ und entlang standardisierter Transekte beprobt. Fledermäuse wurden mit automatischen Ultraschalldetektoren sowie ergänzenden Netzfängen und Vögel mittels akustischer Detektoren und Beobachtungen erfasst.
So konnten insgesamt 225 Wildbienen-, 65 Tagfalter-, 31 Heuschrecken-, 111 Vogel- und 23 Fledermausarten in Streuobstwiesen nachgewiesen werden. Vorläufige Ergebnisse zeigen einen signifikant negativen Zusammenhang zwischen der Anzahl der Wiesennutzungen und der Tagfalter-Abundanz, wohingegen die Tagfalter-Artenanzahl einen signifikant positiven Effekt auf die Vogel-Artenanzahl hat. Weitere Ergebnisse zu allen Tiergruppen werden präsentiert.
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