Förderung der pflanzlichen Biodiversität in artenarmen Grünland
Abstract
Der Erhalt und die Förderung der Biodiversität gewinnt in der Zeit der Globalisierung und des Strukturwandels in der Landwirtschaft immer mehr an Bedeutung. Im Bereich der Landwirtschaft weisen extensive, naturnahe Wiesen die höchste pflanzliche Biodiversität auf. Doch durch Nutzungsveränderung und Flächenaufgabe gehen immer mehr dieser ökologisch wertvollen Flächen verloren. Umso wichtiger ist der Schutz von noch bestehenden Flächen und die ökologische Aufwertung möglicher Flächen.
Deshalb wurde die ökologische Aufwertung von artenarmen, gräserreichen Grünlandbeständen mit sieben verschiedenen Anlagemethoden (geordnet nach Intensität: keine Aussaat, Aussaat ohne Bodenöffnung, Eisenrechen, Vertikutierer, Starkstriegel, Streifenfräse und Rotor-Umkehregge) mit anschließender Nachsaat untersucht. Dazu wurde eine artenreiche Mischung mit 42 Kräuter- und Leguminosenarten verwendet. Zu zwei verschiedenen Anlagezeitpunkten (Frühjahr und Spätsommer) wurden die Auswirkungen dieser Ansaatmethoden in Hinblick auf die Anzahl der etablierten Arten und der Anteil der etablierten Arten an der projektiven Deckung über mehrere Jahre hinweg erhoben. Es zeigte sich, dass sich mit steigender Intensität der Bodenöffnung der Etablierungserfolg sowohl bezüglich der Artenanzahl als auch des Anteils an der vegetativen Deckung erhöhte. Im Zuge des Versuchs konnten 33 der 42 angesäten Kräuterarten in den Versuchsparzellen nachgewiesen werden. Für den Einsatz auf landwirtschaftlichen Flächen kommt wohl dem Starkstriegel die größte Bedeutung zu, da so mit einem relativ geringen Kostenaufwand und hoher Flächenleistung vergleichsweise gute Ergebnisse erzielt werden konnten. Der Versuch zeigte jedoch auch deutlich, dass eine Bestandsentwicklung längere Zeit benötigt, da die Anteile der Artengruppen sich auch drei Jahre nach der Versuchsanlage noch nicht auf einem stabilen Niveau eingependelt hatten.
If this happens again, please get in touch with us.