Renaturierung versus Nahrungsmittelproduktion? Langfristige Auswirkungen der EU-Wiederherstellungsverordnung auf die Landwirtschaft in Europa
(2) Eurac Research, Institute for Alpine Environment, Drususallee 1, 39100 Bozen/Bolzano, Italien
Abstract
Im Rahmen der EU-Wiederherstellungsverordnung stellt sich die Frage, wie sich großflächige Renaturierungsmaßnahmen langfristig auf die landwirtschaftliche Produktion und die Bereitstellung von Ökosystemleistungen auswirken können. In dieser Studie werden die Auswirkungen unterschiedlicher Renaturierungsszenarien für die Landwirtschaft in Europa unter Berücksichtigung des Klimawandels bis zum Jahr 2100 mithilfe des globalen Vegetations- und Agrarmodells LPJmL untersucht. Das Modell bildet Wechselwirkungen zwischen Klima, Vegetation, Wasserhaushalt und landwirtschaftlicher Produktion ab und ermöglicht eine räumlich differenzierte Analyse von Ertragsveränderungen und Landnutzungsdynamiken. Die Simulationen basieren auf einer speziell für Europa räumlich verfeinerten LPJmL-Framework mit einer Auflösung von 10 × 10 km, wodurch regionale Unterschiede in Klima, Landnutzung und landwirtschaftlicher Produktivität besser erfasst werden können. Ausgehend von den Zielen der EU-Biodiversitätsstrategie werden mehrere Szenarien simuliert, die auf eine Extensivierung der Landnutzung abzielen. Die Ergebnisse sollen aufzeigen, wie stark sich unterschiedliche Renaturierungsstrategien auf Erträge und die Bereitstellung von Ökosystemleistungen auswirken und wo Zielkonflikte beziehungsweise Synergien zwischen Biodiversitätsschutz, Klimaschutz und Nahrungsmittelproduktion entstehen. Die Studie liefert damit eine erste Grundlage für die zukünftige Ausgestaltung nachhaltiger Landwirtschafts- und Ernährungssysteme auf europäischer Ebene. Die konkrete Umsetzung von Renaturierungsmaßnahmen erfordert jedoch eine standortspezifische Bewertung auf lokaler und regionaler Ebene.
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