Vom Beutetier zur Roten Liste: Die museale Sammlung als Bindeglied zwischen Naturschutz und Kleinsäugerforschung in Vorarlberg

Abstract ID: 3.24
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Resch, C. (1)
Resch, S. (1); Mätzler, A. (1); and Herburger, A. (2)
(1) apodemus – Privates Institut für Wildtierbiologie, Marktstraße 51, 8967 Haus im Ennstal, AT
(2) inatura – Erlebnis Naturschau GmbH, Jahngasse 9, 6850 Dornbirn, AT
How to cite: Resch, C.; Resch, S.; Mätzler, A.; and Herburger, A.: Vom Beutetier zur Roten Liste: Die museale Sammlung als Bindeglied zwischen Naturschutz und Kleinsäugerforschung in Vorarlberg, #TDB27-3.24
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Keywords: Kleinsäuger, Belegsammlung, Citizen Science, Rote Liste, Vorarlberg
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Naturkundliche Museen mit Forschungsauftrag und spezialisierte Forschungseinrichtungen verfügen über unterschiedliche, einander ergänzende Kompetenzen. Das Projekt „Kleinsäuger Vorarlbergs“ zeigt am Beispiel der Zusammenarbeit zwischen der inatura – Erlebnis Naturschau Dornbirn und apodemus – Privates Institut für Wildtierbiologie, wie daraus eine belastbare und dauerhaft überprüfbare Datengrundlage für den Naturschutz entsteht. Anlass ist die gesetzlich verankerte Neubearbeitung der Roten Liste Vorarlbergs, in der Kleinsäuger bislang unzureichend dokumentiert waren. Das Museum bringt Auftrag, regionale Verankerung, Zugang zur Bevölkerung und die wissenschaftliche Sammlung ein, das Forschungsinstitut die artspezifische Methodik von Erhebung, Bestimmung und Präparation. Das Projekt verbindet systematische Freilanderhebungen auf 24 Probeflächen in fünf Lebensraumtypen mit Citizen-Science-Aktionen im Siedlungsraum. Bei der Aktion „Zeig mir deine Maus, Katze!“ sammelten von Juni bis November 2024 Katzenhalterinnen und Katzenhalter aus 177 Haushalten 763 Beutetiere aus Lagen zwischen 400 und 1.800 m Seehöhe. 98,0 % dieser Individuen konnten bestimmt werden, 38,9 % ausschließlich über Schädelpräparate. Bei morphologisch ähnlichen Gattungen wie Apodemus erlauben erst craniale Merkmale eine gesicherte Artbestimmung; Fotobelege reichen dafür nicht aus. Nachgewiesen wurden 17 Kleinsäugerarten und eine Fledermausart. Sämtliche Belegexemplare aus dem Projekt wurden in den wissenschaftlichen Sammlungen der inatura archiviert. Damit ist jeder Datensatz an ein physisches Objekt gebunden, bleibt nachprüfbar und steht künftigen morphologischen und molekularen Auswertungen zur Verfügung. Der Beitrag stellt das Kooperationsmodell und seine Ergebnisse vor und diskutiert die wissenschaftliche Sammlung nicht als Endlager, sondern als Bindeglied zwischen Forschung und Naturschutz.

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