Potenzial von Streuobstflächen für Biodiversität und Kulturlandschaften: Gesellschaftliche Präferenzen und Zielkonflikte im Apfelanbau in Trentino-Südtirol
Abstract
In der Region Trentino-Südtirol (Italien) prägt der Apfelanbau sowohl die Wirtschaft als auch das Landschaftsbild. Während moderne, hochproduktive Obstanlagen dominieren, sind traditionelle Streuobstbestände nur noch selten vorhanden. Vor dem Hintergrund der EU-Wiederherstellungsverordnung untersucht diese Studie mittels einer standardisierten Befragung die Wahrnehmung von Ökosystemleistungen unterschiedlicher Apfelanbausysteme sowie die Wirksamkeit naturbasierter Lösungen. Die Ergebnisse zeigen, dass die Mehrheit der Befragten traditionelle Streuobstflächen bevorzugt und ihnen insbesondere aufgrund ihrer Biodiversität, landschaftlichen Ästhetik und kulturellen Bedeutung einen hohen Wert zuschreibt. Landwirte hingegen bewerten moderne Obstanlagen aufgrund ihrer hohen Produktivität und technologischen Effizienz positiver. Die Ergebnisse verdeutlichen damit bestehende Zielkonflikte zwischen Nahrungsmittelproduktion, kulturellen Ökosystemleistungen und Biodiversitätsschutz. Naturbasierte Lösungen wie beispielweise Agroforst werden von den meisten Befragten als wirksame Instrumente zur Erreichung von Wiederherstellungszielen angesehen, während Landwirte deren praktische Umsetzbarkeit und Anwendung kritischer einschätzen. Die Studie liefert wichtige Erkenntnisse zum Verständnis gesellschaftlicher Präferenzen und Zielkonflikte zwischen unterschiedlichen Apfelanbausystemen. Sie zeigt zugleich das Potenzial von Streuobstflächen für die Förderung von Biodiversität und multifunktionalen Kulturlandschaften auf und liefert eine Grundlage für die Entwicklung nachhaltiger Bewirtschaftungs- und Förderstrategien im Kontext der EU-Wiederherstellungsverordnung.
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