FS 27.101
Mountains in Time
Details
Full Title
Mountains in Time: Langzeitdaten als Grundlage für die Wiederherstellung von GebirgsökosystemenScheduled
TBATBAChair
Dirnböck, ThomasCo-chair(s)
Petermann, Jana; Dullinger, Stefan; Thalinger, Bettina; Sachser, Frederik; and Sandford, RobinThematic Focus
alpine Lebensräume, Forschung, Monitoring, Neue Methoden, WaldKeywords
LTER, Langzeitforschung, eDNA, Bioakustik, Zeitreihenanalysen, Machine learning
Abstract/Description
Die Wiederherstellung degradierter Ökosysteme ist ein zentrales Ziel der europäischen Biodiversitätsstrategie und des EU Nature Restoration Law. Gerade in Gebirgsökosystemen stellen Klimawandel, Landnutzungsänderungen und andere anthropogene Einflüsse jedoch komplexe und oft zeitverzögerte Belastungen dar, deren Auswirkungen auf Biodiversität und Ökosystemfunktionen schwer voneinander zu trennen sind. Gleichzeitig verlaufen Erholungsprozesse in vielen Gebirgsökosystemen langsam und nichtlinear. Um wirksame Restaurationsmaßnahmen zu entwickeln und deren Erfolg bewerten zu können, sind daher langfristige Beobachtungen und experimentelle Studien unerlässlich.
Trotz dieser Bedeutung mangelt es bislang an ausreichend zugänglichen, standardisierten und langfristig erhobenen Daten. Besonders herausfordernd ist die Verknüpfung biologischer, klimatischer und sozioökologischer Daten über große räumliche und zeitliche Skalen hinweg. Forschungsinfrastrukturen wie eLTER (elter-ri.eu) arbeiten daran, diese Lücke durch standardisierte Langzeitbeobachtungen, offene Datenstandards und innovative Analyseansätze zu schließen.
Die vorgeschlagene Session fokussiert auf Gebirgsökosysteme und bringt Beiträge zusammen, die zeigen, wie Langzeitdaten und neue analytische Methoden – von klassischen Zeitreihenanalysen bis hin zu Big-Data-Ansätzen (z.B. von eDNA oder bioakustische AI Datensätzen), und datenintegrierenden Modellen – genutzt werden können, um Biodiversitätsveränderungen besser zu verstehen und evidenzbasierte Restaurationsstrategien zu entwickeln.
- Wie können Langzeitdaten genutzt werden, um die Auswirkungen von Klima- und Landnutzungsänderungen auf Biodiversität und Ökosystemfunktionen in Gebirgsregionen zu trennen?
- Welche neuen Methoden und Dateninfrastrukturen ermöglichen eine bessere Integration, Zugänglichkeit und Analyse komplexer Langzeitdatensätze?
- Welche Erkenntnisse liefern Langzeitstudien für die Entwicklung, Priorisierung und Evaluierung von Maßnahmen im Kontext des Nature Restoration Law?
- Welche Rolle spielen Forschungsinfrastrukturen wie eLTER für die Bereitstellung belastbarer Datengrundlagen?
Die Session soll den Austausch zwischen Forschenden, Forschungsinfrastrukturen und Praxisakteur:innen fördern und anhand von Fallstudien das Potenzial langfristiger Biodiversitätsforschung für die Wiederherstellung resilienter Gebirgsökosysteme sichtbar machen.